Die BürgerBewegung Bergwinkel ist in die heiße Phase ihres Wahlkampfs gestartet. Dabei verfolgt sie im Vorfeld der Kommunalwahl in Schlüchtern ein besonderes Konzept: Weniger Parteipolitik, mehr allgemeine Information für die Bevölkerung.
Dafür war der Auftakt im Kultur- und Begegnungszentrum ein gutes Beispiel. Bünyamin Colak referierte über das Thema „KI – Segen oder Fluch?“ Er ist Kreisvorsitzender der FREIEN WÄHLER und von seinem Beruf her als IT-Digitalisierungsmanager prädestiniert für dieses Thema.
In seinen Ausführungen ging er auf Chancen, Risiken und Praxisbeispiele der künstlichen Intelligenz ein. Die vielen Fragen aus dem Auditorium mit rund 30 Gästen zeigten, wie aktuell das Thema ist. Dabei definierte er nicht nur grundlegende Begriffe, sondern lieferte auch Praxisbeispiele, rechtliche Details und blickte diesbezüglich auch in die Zukunft.
Schon heute laufe „KI“ bei zahlreichen Vorgängen im Hintergrund, was viele Nutzer nicht wüssten. Zwar befinde sich die künstliche Intelligenz noch im Aufbau. Doch mit jeder persönlichen Eingabe im Netz „füttere“ die Menschheit die Technik mit Daten.
Deswegen sei immer wieder zu prüfen, welche Details man von sich selbst preisgeben wolle. Denn die Daten könnten nachträglich nicht mehr gelöscht werden, sondern blieben „ein Leben lang“ im Netz erhalten. Als Beispiel nannte Colak Bewertungen von Kunden, die sie im Internet zu Produkten und Transaktionen eingeben, und die Rückschlüsse auf den einzelnen Menschen zuließen.
Dabei sei das Thema keineswegs neu. Bereits im Jahr 1956 habe der Amerikaner John McCarthy die Idee aufgebracht. Maschinen sollten lernen und menschliche Intelligenz simulieren. Schon seit langem unterstütze Künstliche Intelligenz auch mit Computerprogrammen im Bereich der Medizin bei Diagnosen und Therapien.
Colak ging auch auf den Begriff „Deep Learning“ – tiefes Lernen oder tiefgehendes Lernen – ein. Dieser erlaube die Verarbeitung und Analyse komplexer Datenmuster; dazu verwendet es tiefe hierarchische Netze, die automatisch abstrakte Merkmale aus den Daten extrahieren. Dies ermöglicht eine effiziente Verarbeitung komplexer Informationen, was wiederum zu präzisen Vorhersagen und Entscheidungen in verschiedenen Anwendungen führe.
Der Referent ging auch auf die Gefahren der KI ein. Im Extremfall könnten Anfragen zu extrem Negativem oder den Nutzer in kriminelle Bereiche führen. Auch hier warnte er eindringlich vor den Folgen mancher Anwendungen.
Hans Konrad Neuroth hatte nach einem Sektempfang zu Beginn der Veranstaltung im Namen der BBB begrüßt und stellte das Konzept für den Wahlkampf vor. So sind in den nächsten Wochen ein Vortrag zu Ulrich von Hutten, ein politischer Aschermittwoch, ein Hutzelfeuer, eine Wanderung zu politisch interessanten Punkten sowie eine Info-Veranstaltung zu Testament und Patientenverfügung geplant.
Neuroth stellte zum Abschluss die anwesenden BBB-Kandidaten für die Kommunalwahl vor. Er freute sich, dass der Wahlflyer rechtzeitig fertiggestellt wurde und konnte diesen druckfrisch an die Besucher verteilen.
Aufgrund der positiven Resonanz in den sozialen Medien plant die BBB noch vor der Kommunalwahl im März einen Folgevortrag mit Bünyamin Colak. Thema soll dann sein „Umgang und Nutzen von KI-Apps“. usd
Bildunterschriften:
Bünyamin Colak referierte auf einer Wahlveranstaltung der BürgerBewegung Bergwinkel vor rund 30 Gästen. Foto: Ulrich Schwind
Zahlreiche Kandidaten auf der BBB-Liste für die Kommunalwahl begrüßten den Referenten im Kultur- und Begegnungszentrum. Foto: Ulrich Schwind
Quelle: Redaktion MKK Echo

