Dienstag, Januar 13, 2026
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Bezahlkarte im Main-Kinzig-Kreis kommt Ende Januar

Land Hessen räumt technische Hürden aus dem Weg, die eine Einführung in den meisten Landkreisen bisher verhindert haben

Main-Kinzig-Kreis. – Der Main-Kinzig-Kreis führt die Bezahlkarte für Geflüchtete und Asylsuchende Ende Januar ein. Diese Maßnahme soll vor allem den Verwaltungsaufwand in den Gemeinschaftseinrichtungen verringern, die Auszahlung von Leistungen vereinfachen und sicherstellen, dass die staatlichen Hilfen zur Erfüllung der täglichen Bedarfe verwendet und nicht von Dritten entwendet oder zweckentfremdet werden können.

Während Geflüchtete und Asylsuchende unter anderem in der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen diese Bezahlkarten bereits ausgehändigt bekommen, war das Bezahlkarten-System des Landes Hessen, das die meisten Landkreise und kreisfreien Städte nutzen, bisher ohne eine Schnittstelle zu den verwendeten Fachanwendungen. Die kommunale Ebene konnte die Ursachen hierfür jedoch nicht eigenständig beheben. Entsprechend hatte das Land Hessen die Frist zur Umsetzung der Schnittstellen immer wieder verlängert. Sie gilt aktuell bis Ende Januar dieses Jahres. Diese Frist hält der Main-Kinzig-Kreis ein.

Ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur Einführung der Bezahlkarte, die eigentlich seit Anfang 2025 in ganz Hessen zum Einsatz kommen sollte war der Abschluss des Vergabeverfahrens, um die Schnittstelle bereitzustellen. Das Regierungspräsidium Darmstadt hat zusammen mit den zuständigen Behörden und Dienstleistern den Auftrag erteilt, das Bezahlkarten-System technisch in die bestehende Infrastruktur der Leistungsauszahlungen auf kommunaler Ebene anzubinden. Dazu war zwischenzeitlich eine europaweite Ausschreibung notwendig. Kurz gesagt: Die nötigen technischen Voraussetzungen werden nun geschaffen, um das System stabil und datensicher auch im Main-Kinzig-Kreis einzuführen. Eine technische Bereitstellung der Schnittstelle durch den vom Land Hessen ausgewählten Anbieter an die Kommunen muss allerdings noch erfolgen.

„Die Bezahlkarte ist ein hilfreiches Instrument, das die Auszahlung von Hilfen sicherer und transparenter macht. Am Ende entlastet es aber auch die Kommunen und Kreise“, erklärt Erster Kreisbeigeordneter Andreas Hofmann. Über die Bezahlkarte erhalten die Menschen künftig auch ihre Aufwandsentschädigung für gemeinnützige Arbeitseinsätze. Gemeinnützige Arbeit für Asylbewerber ist seit vielen Jahren im Main-Kinzig-Kreis gängige Praxis. Neben den regulären Arbeitsstellen, die im Rahmen des Asylbewerberleistungsgesetzes erlaubt sind, gibt es im Landkreis seit gut drei Jahren ein Projekt, bei dem die Arbeitseinsätze parallel mit zusätzlichen Integrationsmaßnahmen wie Sprachkursen eng begleitet werden. Alleine im Rahmen dieses Projektes sind bislang rund 160 Arbeitsstellen eingerichtet worden, die von Arbeitseinsätzen in Gemeinschaftsunterkünften und bei Vereinen bis hin zur Unterstützung von Hausmeistern in Schulen oder dem Main-Kinzig-Forum reichen. In diesem Jahr soll die Zielvorgabe der Kreisspitze von 200 Einsatzstellen erreicht werden.

Die Einführung der Bezahlkarte startet im Landkreis mit den neu ankommenden Migrantinnen und Migranten in den Gemeinschaftseinrichtungen Underwood in Hanau-Großauheim und Hof Reith in Schlüchtern. Danach erfolgt ein schrittweiser Rollout auch in den anderen Unterkünften und Kommunen. Diese ersten beiden Einrichtungen wählte der Main-Kinzig-Kreis aufgrund ihrer Größe und der bestehenden technischen Infrastruktur aus. Die Bewohnerinnen und Bewohner erhalten dort künftig ihre Sozialleistungen nicht mehr in bar, sondern über die Bezahlkarte und können sie wie eine normale Guthabenkarte sowohl für den Einkauf von Lebensmitteln als auch für andere alltägliche Ausgaben nutzen. Bargeld lässt sich nur noch in begrenztem Umfang damit abheben.

 

Quelle: Redaktion MKK Echo

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