Nach Praktika in Landwirtschaft, Rettungsdienst, Handwerk, Polizei, Apotheke und Pflege hat der hiesige Landtagsabgeordnete Patrick Appel nun eine weitere Station seiner Praktikumsreihe absolviert – diesmal bei der Traditionsbäckerei Naumann in Kefenrod, die seit 1877 in inzwischen sechster Generation geführt wird. Mit über 30 Filialen versorgt das Familienunternehmen die gesamte Region täglich mit frischen Backwaren.
Der Arbeitstag begann für Appel in der Frühschicht um 4.30 Uhr. Nach einer Hygieneunterweisung und der Ausstattung mit Arbeitskleidung – inklusive traditioneller Bäckerschürze – startete er in den frühen Produktionsablauf. Appel lernte sämtliche Aufgaben kennen: Teig kneten, ausrollen, zuschneiden, Bleche vorbereiten, Kuchen vorschneiden, Backwaren für den Ofen vorbereiten und die verschiedenen Schritte des Backvorgangs koordinieren. Dabei packte er bei der Produktion von Mohn- und Zimtschnecken, den traditionellen Mandel-Twistern und Zimtbrötchen mit an.
Philipp Naumann, Teil der Inhaberfamilie und Brotsommelier, führte Appel durch die Backstube und erklärte Gerätschaften, Mehlmischungen, Teigansätze und die dahinterliegenden handwerklichen Abläufe sowie die Struktur des Familienbetriebs: „Wir haben rund 350 Mitarbeitende mit ca. 30 Filialen im Umkreis von etwa 40 Kilometern um unseren Hauptsitz in Kefenrod. Hier werden täglich 2.000 bis 3.000 Brote gebacken – und zwar in echter traditioneller Handarbeit.”
„Außenstehenden ist das vielleicht gar nicht so bewusst, aber auch die Backbranche ist echtes Handwerk – und ein großer Teil davon ist echte körperliche Arbeit. Das habe ich hier in der Backstube gelernt. Deshalb muss uns klar sein: Gutes Handwerk hat seinen Wert. Wer regionale Betriebe stärkt, stärkt unsere Region. Es ist beeindruckend, aus wie vielen kleinteiligen und parallel laufenden Arbeitsprozessen das Bäckerhandwerk besteht. Viele Schritte müssen weit vorausgeplant werden, und am Ende sieht man nur das fertige Brötchen. Erst wenn man selbst mitarbeitet, versteht man, wie viel Aufwand und Präzision dahinterstehen.“, fasste Appel seine Erfahrungen zusammen.
Gegen Mittag wechselte Appel in den Verkauf, in eine der neuesten Filialen, das Keltencafé in Glauburg. Dort konnte er erleben, wie eng die Kundschaft mit der lokalen Bäckerei verbunden ist.
„Solche Familienunternehmen wie die Bäckerei Naumann sind weit mehr als nur Arbeitgeber – sie sind regionale Identität und ein Stück gelebte Heimat. Sie sichern die Nahversorgung in vielen Ortsteilen, schaffen Begegnungsräume für Jung und Alt und tragen mit ihrer Verwurzelung enorm zur Lebensqualität vor Ort bei. Gerade deshalb müssen wir darauf achten, diesen Erfolgsgeschichten nicht durch überbordende Bürokratie oder unnötige Vorgaben Steine in den Weg zu legen. Wir brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, damit solche Betriebe weiter wachsen, ausbilden und unsere Region stärken können. Ich bin stolz, dass wir mit der Familie Naumann ein solch herausragendes, traditionsreiches und zugleich modernes Unternehmen bei uns in der Region haben. Solche Familienunternehmen sind das Rückgrat unseres wirtschaftlichen Wohlstands. Sie schaffen regionale Wertschöpfung, sind wichtige Arbeitgeber vor Ort und versorgen uns seit Generationen zuverlässig. Das ist harte Arbeit, aber eine beeindruckende Erfolgsgeschichte“, hob Appel zudem noch einmal ausdrücklich die Bedeutung mittelständischer Traditionsbetriebe hervor.
„Ob Zimtschnecke, Brotlaib oder Stück Kuchen: Das Praktikum zeigte deutlich, wie viel Planung, Handarbeit und Timing notwendig sind, bis ein fertiges Produkt im Regal liegt. Viele dieser Abläufe bleiben für den Endverbraucher an der Theke unsichtbar, bilden aber das Fundament eines echten, regional verwurzelten Handwerks. Es ist wichtig, dass wir unsere lokalen Bäcker unterstützen – statt auf industriell gefertigte Backwaren zu Discountpreisen zu setzen“, dankte Appel für die praktischen Einblicke.
Bildunterschrift: Appels Praktikumsreihe: Kneten, Backen, Café – Frühschicht bei der Traditionsbäckerei Naumann aus Kefenrod


Quelle: Tom Tailor

