Samstag, Januar 10, 2026
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Erste Zwischenbilanz im Sozialforum Hanau: Hohe Nachfrage, positive Rückmeldungen, beachtliche Rückstände durch MKK übergeben, optimistischer Ausblick für Hanauer Jobcenter und Soz

Hanau ist kreisfrei / Erste Woche Sozialforum in der Willy-Brandt-Straße 23 / Hanauer Jobcenter und Sozialamt ziehen erstes Fazit / Bürgermeister und Sozialdezernent Dr. Bieri: „Ein gelungener Start mit klaren Zielen für die Zukunft“
„Kreisfreiheit ist kein Verwaltungsdetail, sondern heißt: Hanau übernimmt Verantwortung, die im Alltag spürbar werden soll. Gut, dass wir diese Aufgabe im guten und ambitionierten Miteinander des Jobcenters – gemeinsam mit dem starken Partner der Bundesagentur für Arbeit – und des Sozialamts der Stadt Hanau vereint unter einem Dach anpacken“, sagt Bürgermeister und Sozialdezernent Dr. Maximilian Bieri.

Heute könne eine erste Anfangsbilanz dieses Starts vermeldet werden. „Seit der Eröffnung des neuen Sozialforums am 2. Januar hat sich die neue zentrale Anlaufstelle für soziale Beratung und Unterstützung als stark frequentierter Ort erwiesen. Das ist ein guter Start in die Kreisfreiheit Hanaus“, so Bürgermeister Dr. Bieri. Jobcenter und Sozialamt arbeiten mit dem Ziel, Bürgerinnen und Bürgern schnelle, verlässliche und gut abgestimmte Hilfe anzubieten, gemeinsam in der Willy-Brandt-Straße 23.

„Gute Politik beginnt mit dem Blick auf die Fakten – egal wie gut oder schlecht sie sind. Deshalb gehören zur Startbilanz eine Vielzahl an Bürgerkontakten und positive Rückmeldungen – aber auch die etwas größeren Herausforderungen bei der Bearbeitung der vom Main-Kinzig-Kreis übernommenen Rückstände, die wir mit klaren Zielen in den ersten sechs Monaten überwunden haben wollen. Die Zahlen der ersten Tage zeigen deutlich: Das Sozialforum wird gebraucht und angenommen“, betont Dr. Maximilian Bieri. „Wir machen hier aktive Arbeitsmarktpolitik aus Hanau direkt für unsere Brüder-Grimm-Stadt. Wir sehen eine hohe Nachfrage, viele persönliche Kontakte und zugleich eine positive Resonanz. Der Start war intensiv und sehr ermutigend.“

Im Jobcenter Hanau, der gemeinsamen Einrichtung der Stadt Hanau und der Bundesagentur für Arbeit, zeigt die erste Woche eine sehr hohe Nachfrage. In den ersten vier Tagen haben ca. 400 Hanauer Bürgerinnen und Bürger vorgesprochen, dabei konnten die Anliegen von 285 Personen unmittelbar von Mitarbeitenden der Leistungssachbearbeitung bearbeitet werden. Alle der rund 5.200 Bedarfsgemeinschaften, mit etwa 11.300 Menschen im Leistungsbezug, wurden bereits bearbeitet oder die Bearbeitung wurde begonnen. Auch telefonisch ist das Jobcenter gut erreichbar, bisher konnten 552 Anrufe entgegengenommen werden.

Transparent benennt das Jobcenter die Herausforderungen der Anfangsphase: Das Hochladen und Migrieren der vom kommunalen Center für Arbeit des Main-Kinzig-Kreises (KCA) übermittelten Daten nehme mehr Zeit in Anspruch als ursprünglich geplant. Besonders herausfordernd sei dabei, alle vom KCA übermittelten Bearbeitungsstände rechtzeitig zu sichten und zu bearbeiten. „Es handelt sich dabei um circa 4.800 Poststücke und rund 800 unbearbeitete Anträge. Hier haben wir es noch mit Unwägbarkeiten zu tun, da wir nicht wissen können, was sich konkret in den Rückständen verbirgt“, sagt Monika Wendt, Geschäftsführerin des Jobcenters Hanau.

Ein weiterer Faktor ist die personelle Situation: 48 neue Kolleginnen und Kollegen haben zum 2. Januar ihren Dienst angetreten und befinden sich derzeit in der Einarbeitung; der Einstieg in die Sachbearbeitung kann somit erst schrittweise erfolgen. Die von den Mitarbeitenden und Führungskräften im Jobcenter Hanau erarbeiteten Prozesse und Arbeitsabläufe erwiesen sich jedoch als tragfähig. Die Kollegen und Kolleginnen seien alle bestrebt den Menschen direkt zu helfen und freuten sich über das bisherige positive Feedback. „Die möglichst schnelle Hilfe ist und bleibt unser Ziel, denn bei jedem Fall geht es um Menschen, um Hanauerinnen und Hanauer in besonderen Situationen, die auf unsere Arbeitsleistung angewiesen sind“, so Wendt.

Klare Zielsetzung für die ersten Monate: Die vorgefundenen Rückstände sollen in den ersten sechs Monaten vollständig aufgearbeitet werden und mit jedem Arbeitslosen innerhalb der ersten drei Monate ein persönlicher Termin vereinbart sein.

Trotz der hohen Belastung sei die Stimmung im Team gut. „Die Arbeitsatmosphäre ist gut, der Zusammenhalt ist groß“, so Bürgermeister Dr. Bieri. „Es erreichen uns viele positive Rückmeldungen von Bürgerinnen und Bürgern, die dankbar sind, dass ihnen zugehört wird und sie konkrete Hilfe erfahren.“

Heike Hengster, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hanau, sagt: „Bundesweit gehen die Arbeitslosen-Zahlen nach oben. Diesen Trend wollen und werden wir nicht mitgehen und alles dafür tun, dass es in Hanau besser aussieht. Die Aufgaben im Sozialforum sind vielfältig, genauso wie die Menschen und deren Probleme. Hier packen wir mit einer aktiven Arbeitsmarkt-Politik an und sind so Ansprechpartner für alle Hanauerinnen und Hanauer, die unsere Hilfe benötigen. Zwei starke Partner arbeiten hier kompetent zusammen und schaffen mit dem Sozialforum ein Modell, das beispielhaft in Deutschland ist.“

Eine ähnliche Resonanz wie das Jobcenter konnte auch aus der zweiten großen Säule des Sozialforums, dem neuen Sozialamt der Stadt Hanau, vermeldet werden. Hier wurden bis zum 7. Januar 98 Bürgerinnen und Bürger im Kundenverkehr gezählt, davon 48 in persönlichen Beratungsgesprächen. Auffällig sei dabei, dass lediglich sechs Personen mit einem vorab gebuchten Termin erschienen waren, während 42 ohne Termin vorsprachen. Zusätzlich wurden 434 telefonische Kontakte sowie 146 persönliche Vorsprachen verzeichnet. Insgesamt also 580 weitere Bürgerkontakte, die in der Anfangswoche bearbeitet wurden. „Die Kombination aus telefonischer Erreichbarkeit und persönlicher Vorsprache funktioniert gut“, so Carina Blom-Martin, Amtsleiterin des Sozialamtes Hanau. „Zugleich zeigt sich, dass wir weiterhin für die Vorteile einer vorherigen Terminvereinbarung werben müssen, um Wartezeiten zu reduzieren und Abläufe noch effizienter zu gestalten.“

Auch im Aufgabenbereich des Sozialamts habe die Stadt Hanau mit der Kreisfreiheit zum 1. Januar 2026 nicht nur die Zuständigkeit für die Sozialleistungen, sondern auch die beim Main-Kinzig-Kreis entstandenen Bearbeitungsrückstände übernommen. „Die Rückstände setzen sich aus 2.214 offenen Poststücken zusammen, darunter rund 250 noch nicht entschiedene Neuanträge in verschiedenen Leistungsbereichen. Es handelt sich um laufende Verfahren, Weitergewährungsanträge, Nachreichungen, Änderungsmitteilungen sowie komplexe Einzelfälle, etwa zu Pflegeleistungen oder den Kosten der Unterkunft. Für uns bedeutet dies, die übernommenen Altvorgänge systematisch zu sichten, priorisieren und abzuschließen, während gleichzeitig neue Anträge regulär bearbeitet werden“, so Blom-Martin. Dabei werde ein klarer und zeitlich definierter Plan verfolgt, um auch im Sozialamt die übernommenen Bearbeitungsrückstände innerhalb der ersten sechs Monate zu überwinden.

Offen und transparent wurden auch Punkte genannt, an denen bereits nachjustiert werde. Hinweise zur Akustik in einzelnen Beratungsräumen sowie zur Raumtemperatur im Wartebereich wurden aufgenommen, hier seien entsprechende Anpassungen bereits eingeleitet. Die Rückmeldungen von Bürgerinnen und Bürgern fielen auch hier überwiegend positiv aus.

„Besonders geschätzt werden der direkte persönliche Kontakt, die gute telefonische Erreichbarkeit sowie der freundliche und verständnisvolle Umgang der Mitarbeitenden. Beschwerden oder akute Notsituationen, etwa Auszahlungen wegen Mittellosigkeit, gab es bislang nicht“, sagt Bürgermeister Dr. Bieri. Auch innerhalb des Sozialamts fiele die Bilanz positiv aus. „Unsere Mitarbeitenden sind hochmotiviert und freuen sich, nun im Echtbetrieb zu sein. Trotz kleiner Startschwierigkeiten haben wir gemeinsam in kurzer Zeit sehr viel erreicht, was einer positiven Aufbruchstimmung und dem guten Miteinander der Mitarbeitenden zu verdanken ist“, so Dr. Bieri.

Die Personalsituation im Sozialforum stelle sich insgesamt stabil dar. Im Jobcenter wurden 130 Planstellen geschaffen, von denen 118 besetzt sind; zwölf Stellen befinden sich derzeit im Auswahlverfahren. Im Sozialamt wurden 82,5 neue Planstellen eingerichtet, von denen 78 besetzt sind; 4,5 Stellen sind noch offen. Insgesamt wurden rund 90 Überleitungsangebote an Beschäftigte des Main-Kinzig-Kreises und des Kommunalen Centers für Arbeit (KCA) versendet. Zum 1. Januar 2026 wechselten 56 Beschäftigte zur Stadt Hanau, davon 45 ins Jobcenter und zehn ins Sozialamt. Offene Stellen sollen zeitnah nachbesetzt werden.

Mit Blick nach vorn unterstreicht der Bürgermeister die langfristige Perspektive des Sozialforums: Rückstände sollen mit klaren Zeitzielen abgebaut, besondere Lebenslagen weiterhin individuell berücksichtigt werden. „Mit kurzen Wegen unter einem Dach gehen wir diese Aufgaben gemeinsam an“, so Dr. Bieri. „Das Sozialforum ist auf dem Weg, sich als leistungsfähige, bürgernahe Säule der neuen sozialen Infrastruktur Hanaus zu etablieren.“

Weitere Informationen zum Sozialforum, Jobcenter und Sozialamt gibt es auf hanau.de, www.jobcenter-hanau.de, www.zukunft-hanau.de und sozialamt.hanau.de

Pressekontakt: Florian Bauer

https://www.presse-service.de/data.aspx/static/?ID=1206574.html

Sozialforum Hanau Zwischenbilanz
© Stadt Hanau / Moritz Göbel
Sozialforum Hanau Zwischenbilanz
Hanaus Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri, Monika Wendt, Geschäftsführerin des Hanauer Jobcenters, Heike Hengster, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hanau, und Michaela Stock, Abteilungsleitung Soziales und Migration bei der Stadt Hanau, standen bei einer Pressekonferenz Rede und Antwort zum Sozialforum.

 

Quelle: Redaktion MKK Echo

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