Stadt und Kirchengemeinden gedenken der Opfer der Bombardierung
Am 19. März 1945 um 4.20 Uhr wurde Hanau bei einem Luftangriff der britischen Royal Air Force innerhalb von zwanzig Minuten nahezu vollständig zerstört. Die historische Innenstadt wurde ausgelöscht, mehr als 2.000 Menschen getötet. Der 1939 vom nationalsozialistischen Regime entfesselte Zweite Weltkrieg kehrte mit voller Wucht auch in die Brüder-Grimm-Stadt zurück und hinterließ eine Trümmerlandschaft und eine Wunde, die bis heute Teil der Stadtgeschichte und Erinnerungskultur ist.
Am Donnerstag, 19. März 2026, erinnert die Stadt Hanau gemeinsam mit den Kirchengemeinden an die Ereignisse dieses Tages und gedenkt der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. „Es darf nie wieder einen politischen Weg geben, an dessen Ende ein 19. März stehen kann“, betont Oberbürgermeister Claus Kaminsky.
Der Gedenktag beginnt traditionell um 4.20 Uhr mit einem gemeinsamen Glockenläuten der Marienkirche Hanau, der Stadtpfarrkirche Mariae Namen und der Wallonisch-Niederländischen Kirche. Um 9 Uhr schließt sich eine Heilige Messe in der Stadtpfarrkirche Mariae Namen im Bangert an. Die zentrale Gedenkveranstaltung beginnt um 16.30 Uhr auf dem Gedenkfeld des Hauptfriedhofs Hanau. Die musikalische Rahmung übernimmt die Hanauer Stadtkapelle. Mit einer Kranzniederlegung endet die Zeremonie. Um 19 Uhr wird in der Wallonisch-Niederländischen Kirche der Abendgottesdienst Evensong „Remembrance“ stattfinden. Im Anschluss folgen eine Kranzniederlegung und das Versöhnungsgebet am Mahnmal im Innenhof der Familienakademie der Kathinka-Platzhoff-Stiftung / Wallonische Ruine an der Französischen Allee.
Über die zentralen Gedenkfeiern hinaus wird das Erinnern von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet. Vom 16. bis 21. März ist die Bildschirmpräsentation „Hanau 19. März 1945“ im Kulturforum von Montag bis Freitag zwischen 10 und 20 Uhr und am Samstag von 11 bis 18 Uhr zu sehen. Am 18. März findet um 18:30 Uhr eine Führung mit Martin Hoppe durch das Neustädter Rathaus zum Tag der Demokratiegeschichte statt, hier wird auch der Film “Hanau 1948” gezeigt. Treffpunkt ist das Nationaldenkmal der Brüder-Grimm. Anschließend ist der Farbfilm „Hanau in Trümmern“ eines bisher unbekannten Autors im Elisabeth-Selbert-Saal zu sehen. Der Leiter der Städtischen Museen Dr. Markus Häfner arbeitet am 19. März 2026 mit Schülerinnen und Schülern der Otto-Hahn-Schule an einem weiteren Zeitzeugenprojekt über den Zweiten Weltkrieg und die Nachkriegszeit.
Ein Vortrag und Gespräch mit Prof. Dr. Lukas Ohly zur Friedensdenkschrift der Evangelischen Kirche Deutschlands mit dem Titel „Welt in Unordnung – Gerechter Friede im Blick“ findet am 19. März um 19 Uhr in der Marienkirche statt. Außerdem wird es am 22. März um 10:30 Uhr einen Festgottesdienst zur Aufnahme der evangelischen Stadtkirchengemeinde in die internationale Nagelkreuzgemeinschaft geben
Mit dem Gedenken am 19. März bekräftigt die Stadt Hanau ihren Anspruch, Erinnerung lebendig zu halten. Das gemeinsame Erinnern an die Opfer ist Ausdruck von Respekt und Mitgefühl – und zugleich ein klarer Auftrag für Gegenwart und Zukunft.
Weitere Informationen zum vollständigen Programm finden sich unter http://www.hanau.de. Umfassend zum 19. März 1945 informiert weiterhin die im letzten Jahr initiierte Homepage http://www.20min-hanau.de.
Pressekontakt: Florian Bauer,
https://www.presse-service.de/data.aspx/static/?ID=1211984.html
Quelle: Öffentlichkeitsarbeit Hanau

