Maintal und die österreichische Marktgemeinde Moosburg feiern das Jubiläum ihrer Städtepartnerschaft
50 Jahre Städtepartnerschaft bedeuten mehr als das Alter einer Urkunde, die Maintals verstorbener Altbürgermeister Erwin Henkel und sein Moosburger Kollege Josef Dobernig 1976 unterzeichnet haben. Das Jubiläum steht für zahlreiche Begegnungen im Sinne des europäischen Gedankens, vor allem aber für Menschen, die diese Freundschaft pflegen. Das Engagement für eine lebendige Partnerschaft und die daraus erwachsenen freundschaftlichen Beziehungen standen im Mittelpunkt einer Jubiläumsfeier.
Zahlreiche Gäste aus beiden Kommunen kamen zusammen, um im festlich geschmückten Glashaus des Hofguts Steup in Wachenbuchen auf fünf Jahrzehnte des Austauschs, der Begegnungen und der gewachsenen Freundschaften zurückzublicken. Bereits der Sektempfang auf dem roten Teppich, musikalisch begleitet vom Blasorchester Wachenbuchen, setzte einen feierlichen Akzent. Die herzlichen Begrüßungen zeigten, dass die Städtepartnerschaft mehr ist als ein formaler Austausch: Hier kamen Freunde zusammen, die ihr Wiedersehen freudig feierten.
Bereits am Vormittag hatten Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Maintal-Moosburg mit Udo Jung an der Spitze mit der knapp 20-köpfigen Moosburger Delegation um Bürgermeister Herbert Gaggl eine fröhliche Städtetour durch Frankfurt unternommen. Die Stimmung war heiter und ausgelassen, sodass Gaggl spontan mit seiner Amtskollegin Böttcher über den roten Teppich tanzte. An zwei Bildschirmen ließ eine Diashow mit Bildern aus den vergangenen 50 Jahren die Geschichte der Städtepartnerschaft lebendig werden. Sie erinnerte an zahlreiche gegenseitige Besuche, gemeinsame Veranstaltungen, lieb gewonnene Traditionen und viele unvergessliche Begegnungen.
Nach der offiziellen Begrüßung durch den Ersten Stadtrat Karl-Heinz Kaiser, der lange Jahre als Vorsitzender der AG Maintal-Moosburg und des Partnerschaftsvereins aktiv war, eröffnete eine Talkrunde mit Maintals Bürgermeisterin Monika Böttcher, Moosburgs Bürgermeister Herbert Gaggl, Erstem Stadtrat Karl-Heinz Kaiser, Stadtverordnetenvorsteher Martin Fischer und Udo Jung als Vorsitzendem der AG Maintal-Moosburg vielfältige Perspektiven auf die Entwicklung der Städtepartnerschaft, die Bedeutung des persönlichen Austauschs und Ideen für die Zukunft.
Dabei wurde deutlich, welchen Wert Städtepartnerschaften gerade in einer Zeit haben, in der nationale Interessen und gesellschaftliche Spannungen vielerorts die öffentliche Debatte prägen. Denn Städtepartnerschaften stünden für Verständigung über Grenzen hinweg und damit für die Überzeugung, dass persönliche Begegnungen Vorurteile abbauen und Freundschaften entstehen lassen können. Dies sei der beste Weg für ein Leben in Frieden und ein geeintes, starkes Europa, waren sich die Teilnehmer*innen der Talkrunde einig.
Dafür müssten Menschen gegenwärtig stärker denn je eintreten – auch und gerade die junge Generation. Denn der Austausch und die ehrenamtliche Arbeit, die das Fundament der Partnerschaft bilden, kann nur gelingen, wenn sich auch Jüngere einbringen. Einige der Aktiven sind seit vielen Jahren und Jahrzehnten engagiert – darunter Elfriede Mandler, die an diesem Abend mit der Ehrennadel der Stadt Maintal in Silber geehrt wurde und Udo Jung, der die Ehrennadel in Gold erhielt. Daher ist es Zeit, den Staffelstab weiterzugeben. Gaggl und Böttcher hatten bereits eine Idee für ein Format, das hier den Weg bereiten könnte: Das „Spiel ohne Grenzen“, zuletzt ausgetragen 1977 im damals noch jungen Maintalbad. „Anfang 2028 haben wir ein neues Maintalbad. Das könnten wir doch mit einer Neuauflage des ,Spiels ohne Grenzen‘ feiern“, schlug Böttcher vor.
Eine Idee, die in den kommenden Monaten intensiver beraten wird – vielleicht sogar auf dem Moosburger Gastgeschenk. Denn die hatten eine „Glücksbank“ aus Massivholz und der Aufschrift „Zum Glück gibt es Maintal und Moosburg“ mitgebracht. „Wie oft haben wir gemeinsam auf solchen Bänken gesessen, geredet, gefeiert und gelacht? Eine Bank verbindet. Wir wünschen uns, dass auch weiterhin Menschen auf Bänken zusammensitzen und miteinander reden, damit wir die Grenzen in den Köpfen der Menschen aufbrechen“, so Gaggl in einer leidenschaftlichen Rede, in der er dazu aufrief, „nicht die Asche zu bewahren, sondern das Feuer einer lebendigen Städtepartnerschaft weiterzutragen“.
So überwog an diesem Abend die Zuversicht. Die Vertreter*innen beider Städte bekräftigten ihren ausdrücklichen Wunsch und festen Willen, die Partnerschaft auch in Zukunft lebendig zu gestalten und weiterzuentwickeln.
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Quelle: Stadt Maintal

