Donnerstag, Januar 22, 2026
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120 Jahre sozialdemokratische Tradition in Marköbel, Langen-Bergheim und Hammersbach – ein Grund zum Feiern! Der SPD-Ortsverein Hammersbach lud zum Neujahrsempfang und beging gleic

Der SPD-Ortsverein Hammersbach lud zum Neujahrsempfang und beging gleichzeitig sein rundes Jubiläum. Rund 100 Gäste waren gekommen, um gemeinsam auf die bewegte Geschichte zurückzublicken und den Blick in die Zukunft zu richten.

Mutige Zimmerleute und Maurer

Die Gründung des sozialdemokratischen Wahlvereins im August 1906 war alles andere als einfach. „Die Gründer der SPD Marköbel trafen sich 1906 draußen auf einem Acker und wurden dabei von Gendarmen argwöhnisch beobachtet”, berichtete Sören Bartol, Vorsitzender der hessischen SPD und Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesbauministerium, in seiner Festrede. Die Ideale von Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität beunruhigten damals die Obrigkeit und die führende Bürgerschicht, fanden aber immer mehr Anhänger in der Arbeiterschaft. Die kaisertreue Obrigkeit versuchte alles, um der wachsenden Arbeiterbewegung Steine in den Weg zu legen. Die Sozialdemokraten ihrerseits organisierten sich zunächst in eher unverdächtigen Vereinen wie dem Turnverein „Vorwärts“ und dem Männergesangverein „Sängergruß“, bevor sie sich an die Parteigründung wagten.

Über Jahrzehnte in der Verantwortung

Festredner Sören Bartol würdigte die durchgehende Bereitschaft der Sozialdemokraten, Verantwortung zu übernehmen. Hammersbach hob er als herausragendes Beispiel hervor: Die Gemeinde werde seit mehr als 20 Jahren von Michael Göllner als Rathauschef geführt, davor schon zwei Jahrzehnte durch die heutige Ehrenbürgermeisterin Helga Meininger – ein Beleg für das große Vertrauen der Wählerinnen und Wähler. Und bereits in der Weimarer Republik stellte die SPD mit Wilhelm Goldacker für 7 Jahre das Ortsoberhaupt, bis die Partei in der NS-Zeit verboten und ihre Mitglieder verfolgt wurden. Dennoch sei die SPD danach wieder zu alter Stärke zurückgekommen. In den Dörfern Langen-Bergheim und Marköbel erzielte die SPD hervorragende Wahlergebnisse und stellte die Bürgermeister bis zum Zusammenschluss zur neuen Gemeinde Hammersbach.
„Seit der Gründung des sozialdemokratischen Wahlvereins im August 1906 prägen engagierte Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten das Leben in unseren Dörfern – oft gegen Widerstände, immer für Demokratie, soziale Gerechtigkeit und eine gute Entwicklung unserer Gemeinde”, betonte Silke Volkenandt-Nöckel, Vorsitzende der SPD Hammersbach.
Die Vorsitzende erinnerte daran, dass Sozialdemokraten über die längste Zeit die Verantwortung für die Entscheidungen und Entwicklungswege der Gemeinde getragen haben – seit den späten 60er Jahren auch Sozialdemokratinnen. „Dabei sind uns und unseren Vorgängern auch Fehler unterlaufen, aber alles in allem ist es uns zweifellos gelungen, durch gute, verlässliche und weitsichtige Arbeit Hammersbach auf gutem Kurs zu halten”, betonte sie. „Seit nunmehr 120 Jahren zeichnet uns Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten aus, dass wir bereit sind, auch in schwierigen Zeiten Verantwortung zu übernehmen – stets pragmatisch, kompromissbereit und fest verankert in den Werten unserer Demokratie.”

Zuversichtlich in die Zukunft

Mit Blick auf die anstehenden Kommunalwahlen machte die Vorsitzende deutlich, wofür die SPD in Hammersbach steht: Mut statt Angst, Zusammenhalt statt Spaltung, Zukunft statt Stillstand, Gerechtigkeit und Solidarität.
Keine großen Versprechungen, aber solide und klare Politik, so das Fazit der Vorsitzenden. „In wenigen Wochen stehen die Kommunalwahlen vor der Tür und die SPD muss sich erneut bewähren”, erklärte sie. „Wir haben Menschen in unseren Reihen, die genau die Motivation und das Engagement mitbringen, um diese Bewährungsprobe zu bestehen!”

Herzblut und Engagement

Die Fraktionsvorsitzende Susana Cid Jovic bekräftigte: „120 Jahre SPD Hammersbach, das ist ein stolzes Jubiläum. Einhundertzwanzig Jahre, in denen Menschen hier in unserer Gemeinde für soziale Gerechtigkeit, für Zusammenhalt und für Demokratie eingetreten sind.“ Das sei keine Selbstverständlichkeit, sondern gelebte Verantwortung über Genrationen hinweg. „Wenn wir auf diese Geschichte blicken, dann sehen wir, wie viel Herzblut, wie viel Engagement und wie viel Idealismus in diesem Ortsverein steckt.“
Bürgermeister Michael Göllner betonte in seinem Grußwort: „Unser Volk muss wieder Vertrauen in die Regierenden bekommen. Erfolgreiche Politik braucht aber auch Typen, die etwas darstellen.” Er verwies darauf, dass häufig auch Kompromisse nötig seien, die aber dann zu Erfolg führten, wenn sie die Probleme lösen, die den Menschen Sorgen machen.
Landrat Thorsten Stolz würdigte die herausfordernde und anstrengende ehrenamtliche Arbeit der Mitglieder und Helfer. Die vielen Sitzungen, Aktionen und die Organisation von Veranstaltungen kosteten viel Zeit und Mühe. Das könnten Außenstehende oft kaum einschätzen. Die SPD sei aber, wie man in Hammersbach seit Jahrzehnten sehen könne, bereit, Verantwortung zu übernehmen: „Wir sind die Kommunal-Partei – in Hammersbach wie auch im Main-Kinzig-Kreis.”

Würdige Ehrungen

Ein besonderer Moment war die Würdigung von Wilhelm Dietzel, der über 40 Jahre lang Fraktionsvorsitzender war. Die gesamte SPD-Fraktion scharte sich um ihn auf der Bühne und Fraktionsmitglied Karin Parlow ehrte ihn für seine jahrzehntelange engagierte Arbeit. Im vergangenen Jahr hatte Dietzel den Staffelstab an seine Nachfolgerin Susana Cid Jovic übergeben, die nun die SPD-Fraktion führt.
Im Rahmen des Empfangs ehrte Sören Bartol verdiente Parteimitglieder für ihre langjährige Treue: Für 50 Jahre Mitgliedschaft Volkhard und Brigitte Orth sowie Rudolf W. Sirsch. Für 20 Jahre Mitgliedschaft Tanja Göllner, Richard Kailing und Jürgen Wernisch.

Schwungvolle Tanzeinlagen

Zum Festprogramm im Bürgertreff gehörten auch schwungvolle Auftritte der Tanzgruppen des Sängergruß Marköbel. Die „Zappeldrachen”, „Dandelions” und „Dancing Fairies” sorgten mit ihren drei Einlagen für begeisterten Beifall.
Zum Ausklang des gelungenen Nachmittags konnten die Gäste bei netten Gesprächen und einem feinen Buffet – bereitgestellt vom eigenen Catering-Team der SPD – die Atmosphäre genießen. Werner Bayer beförderte die Stimmung gekonnt am Piano.

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Quelle: Redaktion MKK-Echo

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