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Zwischen Klosterwald und Wattenmeer: Erasmus-Projekt „Researching and saving ecosystems in Europe“ der Kopernikusschule Freigericht in Ostfriesland

Beim Abschied fließen die Tränen. „Ich würde gerne noch eine Woche hierbleiben“, meint eine Schülerin. Hier meint unsere Partnerschule in Ihlow, einer kleinen Stadt zwischen Emden und Aurich in Ostfriesland, unweit der deutschen Nordseeküste. Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern aus Belgien, Österreich und den Niederlanden waren sechs „Kopernikaner“ mit ihren beiden Lehrkräften Büsra Tosun und Olaf Sailer in der Woche vor den Herbstferien hier zu Gast.

Im Erasmus-Projekt „Researching and saving ecosystems in Europe“ wurden verschiedene Nordseebiotope und der nahe gelegene Klosterwald erforscht. Mit viel Spaß und knietief im Schlick konnten im Watt bei Norddeich unter Anleitung einer erfahrenen Wattführerin Muscheln, Krabben, Wattwürmer, Wattschnecken und viele weitere Lebewesen ausgegraben und untersucht werden. Die scheinbar monotone Wattfläche entpuppte sich so zur Überraschung vieler Schülerinnen und Schüler als ein vielseitiges, wichtiges und schützenswertes Ökosystem. Zwei Tage später konnte die Gruppe in Greetsiel auch noch die Pflanzen auf der Salzwiese bestimmen und ihre Überlebensstrategien bei der hohen Salzbelastung kennenlernen. Im Nationalparkhaus von Greetsiel konnte in einem Workshop an sechs Stationen das Wissen vertieft werden.

Der Klosterwald bei Ihlow ist einer der ältesten Wälder in Niedersachsen. Gemeinsam mit dem Revierförster und zwei Waldpädagoginnen lernten die Schülerinnen und Schülern spielerisch eine ganze Menge über die Pflanzen und Tiere in diesem Ökosystem und über seine wirtschaftliche Bedeutung. Beim Untersuchen von Totholz wurden spannende Fund zu Tage gefördert: Vom Tausendfüßler über Holzwespen und Kellerasseln bis hin zu Schlupfwespen und Laufkäfern. Vom rekonstruierten Glockenturm am ehemaligen Kloster konnte man weit über das flache Land sehen. Bei unserem Erasmus-Projekt geht es aber nicht nur um ökologische Fragestellungen. Das zweite Standbein bei allen Begegnungsfahrten ist immer das interkulturelle Lernen und das Arbeiten in internationalen Teams. Daher standen auch eine ostfriesische Teezeremonie, eine Lektion in Plattdeutsch, eine Fischbrötchenverkostung und ein selbst zubereitetes internationales Dinner auf dem Programm. Unser hessischer Beitrag war die berühmte „Frankfurter Grie Soß“ mit Kartoffeln und Eiern, die auch bei den anderen Teilnehmern gut ankam. Kaiserschmarren, Belgische Waffeln, Neujahrswaffeln und weitere Köstlichkeiten wurden dargeboten. Ein besonderes sportliches Highlight war für Viele der erste Versuch im Stand-Up-Paddeling auf dem Ihler Meer. Die Schule in Ihlow verfügt über eigene Boards, auf denen bis zu fünf Personen Platz haben. Dass mehrere Schülerinnen und Schüler bei den Wettkämpfen und Enterversuchen über Bord gingen war aufgrund der milden Wassertemperatur gut zu verschmerzen. Herzlich ging es auch in den Gastfamilien zu, in denen die Schülerinnen und Schüler untergebracht waren. Ob beim Ausprobieren des norddeutschen Volkssports Boßeln, beim Reiten, beim Spieleabend oder anderen Aktivitäten – man hat sich wie zu Hause und beinahe schon als Familienmitglied gefühlt. Kein Wunder also, dass der Abschied tränenreich ausfiel. Aber die Tränen werden bald getrocknet sein – und man sieht sich vielleicht schon beim nächsten Erasmustreffen im November in Belgien wieder.

Quelle: Thorsten Weitzel

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