Donnerstag, September 24, 2026
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Platz nehmen für Menschenwürde

Hanau – Die Würde des Menschen ist unantastbar – theoretisch ist das klar. Der Satz ist schließlich im Grundgesetz verankert. Nur wie und wo setzen wir sie wirklich um? In Hanau kann man sich jetzt selbst als Statement setzen für die Menschenwürde. Die katholische CityPastoral, das Forum Bildung und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck sowie die evangelische Stadtkirchengemeinde greifen in ökumenischer Zusammenarbeit eine Initiative auf, die im Stadthof bereits zu sehen ist. Dort steht eine Bank mit einem abgesägten Sitzplatz – über der freien Sitzfläche steht: Kein Platz für Ausgrenzung. Hergestellt werden diese patentierten Sitzbänke von „DeinWerk”, einer Werkstatt für Menschen mit psychischer Beeinträchtigung der Lebenshilfe Heinsberg; aufgestellt wurden sei bereits an vielen Orten deutschlandweit. Die Akteure in Hanau verknüpften das Projekt mit den Interkulturellen Wochen und deren diesjährigem Motto: dafür! Wofür lohnt es sich, an einem Strang zu ziehen?, war die Frage von Sabine Schött, Katharina Westphal und Milina Reichardt-Hahn. Statt sich beständig gegeneinander aufzustellen, setzen wir uns erstmal zusammen, meinten sie. So entstand ihre Idee: Nimm Platz für Menschenwürde. Ziel der Aktion ist, dass sich Einrichtungen wie Schulen, religiöse Gemeinschaften oder auch Einzelpersonen anschließen und ebenfalls Sitzbänke aufstellen. Den Anfang hat der Verein Menschen in Hanau gemacht und eine Bank im Licht- und Luftbad positioniert, wo seit Kurzem auch die Sanitäranlagen barrierefrei erreichbar sind. Die Lebensumstände von Anderen ernstzunehmen, ist ein entscheidendes Mittel, um einander Würde zu geben. Begleitend zur Aufstellung der Bänke werden daher Online-Abende mit Referentinnen angeboten, eine Lernreise zum Thema „gleich und ungleich”. Jeweils von 18.30 bis 20.30 Uhr geht es um verschiedene Formen von Ausgrenzung: am 28. September um Geschlechter, am 19. Oktober um Klassismus – wenn Menschen beispielsweise wegen ihrer Kleidung, Wohngegend oder wegen ihres fehlenden Schulabschlusses verspottet werden. Und wer bestimmt eigentlich, was schön ist, fragen die Veranstalterinnern am 26. November: als „Lookismus” gilt, wenn Menschen als faul oder unfähig abgewertet werden, weil sie nicht den gängigen Schönheitsidealen entsprechen. Dabei ist es egal, welchen Wert andere einem zuschreiben – jeder Mensch hat seine Würde, betont auch Bürgermeister Maximilian Bieri, der im Vorfeld bereits auf einer der Bänke Platz genommen hat. Sein Statement ist auf Instagram als Video zu sehen. In der Ajoki werden die Sitzbänke der beiden Kirchen diesen Sonntag, 27. September, um 16.30 Uhr eingeweiht. Ute Engel, Leiterin des Diakonischen Werks Hanau/Main-Kinzig-Kreis und Rainer Broßmann, Leiter der Caritas Hanau/Main-Kinzig, geben aus ihrer Arbeit und Erfahrung Impulse zum Thema Menschenwürde weiter. Bei Getränken und Snacks haben Besucher die Möglichkeit, ein eigenes Statement auf einer Bank zu hinterlassen. Beim Gospelgottesdienst um 18 Uhr in der Marienkirche steht ebenfalls das Thema Menschenwürde im Mittelpunkt. Am Samstag, 26. September, findet ab etwa 11 Uhr am Freiheitsplatz eine PopUp-Aktion statt, alle Interessierten sind willkommen.

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Quelle: Katholische CityPastoral Hanau

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