StartRegion 2Hanau„Pflegereform darf bewährte Versorgungsstrukturen nicht gefährden“

„Pflegereform darf bewährte Versorgungsstrukturen nicht gefährden“

Welche Auswirkungen hat das geplante Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) auf die ambulante Betreuung pflegebedürftiger Menschen? Darüber hat sich der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Pascal Reddig bei einem Besuch der Gut Betreut Main Kinzig GmbH in Großauheim informiert. Im Gespräch mit Betriebsleiter Eric Friedl ging es insbesondere um die geplanten Änderungen bei den Entlastungsleistungen und deren mögliche Folgen für die Versorgung älterer Menschen.

Das Unternehmen betreut rund 650 Kundinnen und Kunden in Hanau und Umgebung, unter anderem in der Demenzbetreuung und bei der hauswirtschaftlichen Unterstützung. Dafür sind rund 70 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Einsatz. Friedl befürchtet durch die geplante Neuordnung erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen auf sein Unternehmen und mögliche Versorgungslücken für Pflegebedürftige.

Hintergrund ist das Pflegeneuordnungsgesetz, das am 5. November erstmals im Bundestag beraten werden soll. Die Reform sieht unter anderem vor, bisherige Pflegeleistungen in neue Budgets zu überführen. Das neue Sozialraumbudget soll allerdings nur für bestimmte anerkannte Unterstützungsangebote genutzt werden können. Zugelassene Pflegedienste könnten entsprechende Leistungen künftig nicht mehr wie bisher darüber abrechnen.

Darin sieht Friedl ein erhebliches Problem. Viele Pflegebedürftige seien auf die regelmäßige Unterstützung durch vertraute Betreuungskräfte angewiesen. Zwar könnten professionelle Dienste weiterhin über andere Leistungsbudgets finanziert werden, dies könne jedoch zulasten des Pflegegeldes gehen. Besonders kritisch sei zudem, dass Menschen mit Pflegegrad 1 nach bisherigen Planungen keinen Zugang zum neuen Sozialraumbudget erhalten sollen.

Reddig betonte, dass eine Reform der Pflegeversicherung angesichts steigender Kosten und des wachsenden Pflegebedarfs notwendig sei. Dabei müsse jedoch sichergestellt werden, dass bewährte Versorgungsangebote erhalten bleiben und Pflegebedürftige nicht durch zusätzliche Bürokratie belastet werden. „Wir müssen die Pflegeversicherung zukunftsfest machen. Dabei dürfen wir aber nicht aus dem Blick verlieren, was die Änderungen für die Menschen im Alltag bedeuten. Wenn ältere Menschen seit Jahren von vertrauten Kräften betreut werden, darf diese Unterstützung nicht an neuen Abrechnungsregeln scheitern. Es wäre der falsche Weg, bewährte Versorgungsstrukturen zu gefährden, bevor ausreichend Alternativen zur Verfügung stehen“, so Reddig.

Reddig kündigte an, die angesprochenen Probleme in die weiteren parlamentarischen Beratungen einzubringen. „Die Hinweise aus der Praxis sind wichtig, um mögliche Schwachstellen frühzeitig zu erkennen“, betonte der Bundestagsabgeordnete.

Quelle: Team Reddig

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