Landrat Thorsten Stolz und Bürgermeisterin Sylvia Braun gratulierten
Auf allen Fotos halten sich Margarete und Werner Münchow an den Händen, berichtete ihre Schwiegertochter bei der eisernen Hochzeit der beiden. Kein Wunder, dass auch für das Foto mit Landrat Thorsten Stolz und Bruchköbels Bürgermeisterin Sylvia Braun Werner Münchow eine Hand auf die seiner Margarete legte.
Seit 65 Jahren ist das Paar aus Oberissigheim verheiratet; er war damals 27 Jahre alt, sie 23. Bei der Hochzeit im September 1961 schien die Sonne ebenso strahlend vom Himmel wie an diesem Tag, an dem Thorsten Stolz und Sylvia Braun Glückwünsche und Geschenke überbrachten.
„Wer nach 65 Ehejahren noch immer ganz selbstverständlich die Hand des anderen sucht, hat vieles richtig gemacht“, sagte Landrat Thorsten Stolz. Er gratulierte Margarete und Werner Münchow im Namen des Main-Kinzig-Kreises zu einem außergewöhnlichen Ehejubiläum und wünschte ihnen vor allem Gesundheit und weiterhin viele gemeinsame Momente. Bürgermeisterin Sylvia Braun würdigte die Münchows als ein Paar, das seit Jahrzehnten in Oberissigheim verwurzelt sei und dort nicht nur ein Zuhause für sich selbst, sondern auch für die nachfolgenden Generationen geschaffen habe.
Es grenzt an ein Wunder, dass sich die Oberissigheimerin und der gebürtige Pommer überhaupt kennenlernten. Denn Werner Münchows Weg nach Mittelbuchen, wo er seiner späteren Frau zum ersten Mal begegnete, führte über halb Deutschland. Geboren wurde er in Schneidemühl in Pommern. Nach Stationen in Brandenburg und auf Borkum machte er in Gelsenkirchen eine Lehre zum Bergmann. Zwölf Jahre arbeitete er unter Tage. „Bei einer Routineuntersuchung wurde bei mir eine beginnende Staublunge diagnostiziert. Da war es vorbei mit dem Beruf des Bergmanns“, sagte Werner Münchow. In dieser Zeit lernte er seine zukünftige Frau kennen – und zwar bei der Verlobungsfeier seines Bruders. Die Verlobte hatte Mitschülerinnen der Handelsschule eingeladen, unter ihnen auch Margarete Baer. Drei Jahre später heirateten Margarete und Werner Münchow. Die beiden bauten ein Haus am Ortsrand von Oberissigheim.
1962 nahm Werner Münchow eine Arbeit als Staplerfahrer bei Dunlop in Hanau auf. Seine Frau arbeitete bereits in dem Unternehmen. In der Abendschule bildete er sich zum Techniker fort und blieb dem Unternehmen bis zur Rente treu. „Das ist nun mittlerweile auch schon 31 Jahre her“, so der 92-Jährige. Margarete Münchow wiederum gab nach der Geburt des zweitgeborenen Sohnes Peter ihre Arbeit bei Dunlop nach 20 Jahren Betriebszugehörigkeit auf und kümmerte sich fortan um Familie und Haushalt.
Später kümmerte sie sich auch um die beiden Enkeltöchter. Sohn Jörg lebt mittlerweile in Nordhessen, doch mit Sohn Peter und seiner Familie wohnen die Münchows in einem Mehrgenerationenhaus. Die Großeltern seien immer für die Kinder da gewesen, sagte die Schwiegertochter anerkennend. „Es war immer Leben im Haus“, ergänzte Margarete Münchow.
„In Gelsenkirchen, im Lehrlingsheim, haben wir Tischtennis gespielt, auch Mannschaftsspiele“, berichtete Werner Münchow den Gästen. In der neuen Heimat nahm er das Hobby wieder auf, spielte im TSV 03 Niederissigheim zeitweise in der 2. Mannschaft und avancierte schließlich zum Trainer. Daneben verbrachten die Münchows viel Zeit im Garten und in der Natur. Beide unternahmen gern Ausflüge und erkundeten bei gemeinsamen Wanderungen die Region.
Die eiserne Hochzeit feierten die beiden im kleinen Familienkreis im großen Garten in Oberissigheim.
Quelle: Main-Kinzig-Kreis

