Neues Projekt unterstützt junge Männer beim Weg in Ausbildung, Qualifizierung und Beschäftigung – Regionaler Kooperationsverbund bündelt seine Kräfte
Ein neues Projekt von sieben Kooperationspartnern aus dem Main-Kinzig-Kreis richtet sich an junge Männer, die von bestehenden Angeboten bislang nicht oder nicht mehr ausreichend erreicht werden: Mit „EMPACT Hanau und MKK“ startet ein neues Projekt, das junge Männer zwischen 18 und 35 Jahren dabei unterstützt, Schritt für Schritt neue persönliche und berufliche Perspektiven zu entwickeln. Dabei bündeln sieben Partner ihre Kompetenzen. Das Projekt „EMPACT Hanau und MKK“ wird aus dem Europäischen Sozialfond Plus und dessen Förderprogramm Win-Win finanziert. „Ich freue mich sehr, dass wir dieses Projekt umsetzen können. Es nimmt eine Personengruppe in den Blick, die besondere Unterstützung benötigt, um beruflich Fuß fassen zu können und neue Perspektiven für ihr Leben zu entwickeln“, erklärt Landrat Thorsten Stolz.
Neben der individuellen Unterstützung verfolgt das Projekt ein zweites zentrales Ziel: die Bildung und Steuerung eines regionalen Kooperationsverbundes. Beteiligt sind die Stadt Hanau, der Main-Kinzig-Kreis, das Kommunale Center für Arbeit (KCA) des Main-Kinzig-Kreises, das Jobcenter Hanau, die gemeinnützige Gesellschaft für Arbeit, Qualifizierung und Ausbildung (AQA), die IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern und die Kreishandwerkerschaft Hanau. „Ein zentraler Anspruch des Projekts ist es, keine zusätzliche Parallelstruktur zu schaffen. Stattdessen sollen bestehende Angebote sinnvoll ergänzt und miteinander verbunden werden“, erklärt Helmtrud Abs, Geschäftsführerin der AQA.
Im Mittelpunkt des Projekts stehen Männer, die derzeit nicht erwerbstätig sind und besondere Schwierigkeiten beim Zugang zu Bildung, Ausbildung und Beschäftigung haben. Dabei können ganz unterschiedliche Herausforderungen eine Rolle spielen – etwa fehlende Tagesstruktur, Langzeitarbeitslosigkeit, Sprachbarrieren oder soziale Isolation. Das Projekt setzt deshalb bewusst niedrigschwellig an und möchte die Teilnehmer dort erreichen, wo sie sich tatsächlich aufhalten.
„Entscheidend ist es, zunächst Vertrauen aufzubauen und gemeinsam herauszufinden, welche Stärken und Möglichkeiten vorhanden sind“, betont Florian Vaupel, Bereichsleiter Arbeitsmarktintegration. Dabei geht es nicht darum, von heute auf morgen eine fertige berufliche Perspektive vorzugeben. Vielmehr sollen die Teilnehmer Schritt für Schritt stabilisiert und an Ausbildung, Qualifizierung und Beschäftigung herangeführt werden. Ein wichtiger Bestandteil von „EMPACT Hanau und MKK“ ist die aufsuchende Sozialarbeit. Über Stadtteilzentren, Vereine, Streetwork und weitere bestehende soziale Strukturen sollen junge Männer angesprochen und für das Angebot gewonnen werden.
Auch die Veranstaltungsangebote in den Räumlichkeiten der AQA schaffen einen unkomplizierten Zugang. In Café-Atmosphäre können Kicker- oder Dart-Turniere, Spielekonsolen, Tauschbörsen und weitere Aktivitäten stattfinden. So entsteht ein Ort, an dem Begegnung und Beratung miteinander verbunden werden können. Darüber hinaus bietet das Projekt individuelle Beratung und Biografiearbeit. Gemeinsam werden persönliche Erfahrungen, Stärken, Brüche und bisherige Hindernisse betrachtet. Ziel ist es, daraus realistische nächste Schritte für die persönliche und berufliche Entwicklung abzuleiten.
Ergänzt wird das Angebot durch Workshops und Gruppenangebote, unter anderem zu Berufsorientierung, Bewerbung, Kommunikation, Finanzen und sozialen Kompetenzen. Auch alltags- und berufsbezogene Sprachförderung kann Bestandteil der Angebote sein. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf praktischen Erfahrungen. In den Werkstätten der AQA können Teilnehmer Schnuppertage absolvieren. Darüber hinaus sind Praktika und Hospitationen in regionalen Unternehmen vorgesehen. Auf diese Weise sollen berufliche Interessen und Fähigkeiten praktisch erprobt und schrittweise Wege in Qualifizierung, Ausbildung und Beschäftigung eröffnet werden.
Wo Unterstützung über die Möglichkeiten des Projekts hinaus erforderlich ist, setzt EMPACT auf Beratung und die gezielte Anbindung an passende Fachstellen und Hilfesysteme. Die Partner bringen dabei unterschiedliche Kompetenzen und Zugänge ein. Die AQA übernimmt die Projektleitung, Gesamtkoordination und operative Umsetzung. KCA und Jobcenter unterstützen unter anderem beim Zugang zu geeigneten Teilnehmern, bei der fachlichen Abstimmung, Begleitung und dem Monitoring. Stadt Hanau und Main-Kinzig-Kreis sorgen für die kommunale Vernetzung und die Anbindung an relevante Fachstellen. Die IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern und die Kreishandwerkerschaft Hanau bringen insbesondere ihre Kontakte zur regionalen Wirtschaft und zum Handwerk ein und unterstützen bei der Entwicklung betrieblicher Perspektiven. Auch regionale Unternehmen und weitere soziale Akteure sollen ergänzend in die Netzwerkarbeit eingebunden werden.
Die Kooperation soll dabei nicht mit dem Projektende aufhören. Langfristig wollen die Beteiligten gemeinsam prüfen, welche erfolgreichen Elemente sich dauerhaft in regionale und kommunale Strukturen integrieren lassen. Mit „EMPACT Hanau und MKK“ entsteht ein Angebot, das persönliche Unterstützung mit praktischen beruflichen Erfahrungen und einer starken regionalen Vernetzung verbindet.
Quelle: Frank Walzer

