Stadt Gelnhausen ruft zum Verzicht auf nachts aktive Mähroboter auf
Mähroboter sind praktisch, können aber zur tödlichen Falle für Igel und Co. werden – wenn sie nachts arbeiten. Die Stadt Gelnhausen ruft Gartenbesitzer deshalb auf, dämmerungsaktive Tiere zu schützen.
Wenn andere zur Ruhe kommen, geht für europäische Igel die Futtersuche erst richtig los. Die Tiere sind überwiegend nachts aktiv, wenn es kühler und feuchter ist und viele ihrer Beutetiere unterwegs sind. Für Igel sind der Geruchs- und der Hörsinn wichtiger als ein gutes Sehen. Gärten bieten den Tieren nicht nur geeignete Jagdreviere. Sie finden hier auch geschützte Plätze zum Ausruhen und zum Bau ihrer Nester. Auf den Rasenflächen finden Igel beispielsweise Käfer, Larven, Raupen oder Regenwürmer. Zudem sind Gärten wichtige Durchgangsräume für die Säugetiere.
Mähroboter können genau hier zur tödlichen Falle werden. Denn darauf, dass die Igel rechtzeitig weglaufen, sollte sich niemand verlassen. Der Grund ist das typische Abwehrverhalten der Tiere, die sich bei Gefahr einrollen oder regungslos verharren. In diesem Zustand werden sie von den Robotern nicht zwingend erkannt. Die Folge: Igel können gefährliche und lebensbedrohliche Schnittverletzungen erleiden.
Besondere Rücksicht ist auch vor dem Hintergrund des Rückgangs des Deutschen Braunbrustigels geboten. Die Tierart ist 2024 von der Weltnaturschutzunion (IUCN) als potenziell gefährdet eingestuft worden.
Und nicht nur Igel sind bedroht. So werden unter anderem auch Kröten und Frösche durch nächtliche Mähroboter gefährdet.
Das Land Hessen hat bereits im Mai 2025 zur Schaffung von igelfreundlichen Gärten aufgerufen und 2026 in einem Flyer geraten, Mähroboter nur tagsüber zu betreiben.
Die Stadt Gelnhausen bittet Gartenbesitzer deshalb, in den Dämmerungs- und Nachtstunden, konkret 30 Minuten vor Sonnenuntergang bis 30 Minuten nach Sonnenaufgang, auf den Einsatz von autonom fahrenden Mährobotern zu verzichten.
„Kleine Verhaltensänderungen können große Wirkungen haben. Mit dem Verzicht auf den nächtlichen Einsatz von Mährobotern können Menschen in Gelnhausen Verantwortung für Tiere und Natur übernehmen. Dabei geht es nicht um den Verzicht auf moderne Technik, es kommt auf den richtigen Zeitpunkt an“, sagt Bürgermeister Christian Litzinger. „Der Erhalt der Artenvielfalt geschieht nicht nur in Schutzgebieten, sondern ist eben auch direkt vor der Haustür möglich.“
Darüberhinausgehend empfiehlt die Stadt Gartenbesitzern, möglichst generell auf den Einsatz von Mährobotern zu verzichten und Rasenflächen – soweit es die jeweilige Nutzung zulässt – naturnah zu pflegen. Im Vergleich zu extensiv gepflegten, blüten- und strukturreichen Grünflächen bieten dauerhaft sehr kurz gehaltene Rasenflächen deutlich weniger Nahrung und schlechtere Bedingungen für Insekten und andere Tiere. Wird weniger oder zeitlich und räumlich versetzt gemäht, werden Rückzugsräume gefördert, ebenso wie der Blütenreichtum. Zwar erfüllen auch kurz gehaltene Rasenflächen wichtige Versickerungsfunktionen, aus Sicht der biologischen Vielfalt ist allerdings eine vielfältigere Grünflächenpflege zu bevorzugen.
Quelle: Stadt Gelnhausen

