Malteser Hospizdienst zertifiziert 16 neue Sterbebegleiter im Raum Schlüchtern
Ein außergewöhnliches Ehrenamt für den Malteser Hospizdienst: Insgesamt 16 Männer und Frauen haben ihren Qualifikationskurs erfolgreich abgeschlossen und begleiten künftig sterbende Kinder und Erwachsene sowie ihre Familien. Bei einer Feststunde im Schlüchterner Kultur- und Begegnungszentrum KUBE bekamen sie ihre Urkunde überreicht.
Wilfried Wanjek, Leiter des Malteser Hospizdienstes im Bistum Fulda, betonte in seiner Festrede: „Tod und Trauer stehen nicht oft im Mittelpunkt, aber Sterben gehört zum Leben dazu. Für uns ist es ein Auftrag, Solidarität und mitmenschliche Zuwendung zu schenken.” Dies gelte nicht nur für die Sterbenden, sondern auch für ihre Angehörigen. Wanjek betonte: „Diese Tätigkeit ist außergewöhnlich, die Arbeit zaubert Menschen ein Strahlen ins Gesicht, bereichert und gibt sehr viel zurück.”
Zuvor hatte Susanne Kohlhepp, Koordinatorin des ambulanten Hospizdienstes, die Anwesenden begrüßt und sich über gleich 16 neue Sterbebegleiterinnen und Sterbebegleiter gefreut.
Bevor der offizielle Teil begann, wurde es aber erst einmal besinnlich. Volker Wendland, Pfarrer im Ruhestand, hielt eine Andacht und sprach allen Qualifizierten ihren Segen zu. „Ich wünsche uns allen menschliche Nähe und Geborgenheit. Denn wer dies hat, kann es auch weitergeben”, sagte Wendland.
Im Namen der Stadt Schlüchtern dankte Magistratsmitglied Jürgen Heil den frisch gebackenen Absolventinnen und Absolventen: „Meinen tief empfundenen Respekt allen gegenüber, die sich für Menschen in solch schwierigen Situationen engagieren. Das hält unsere Gesellschaft zusammen.” Vor zwei Jahren habe er selbst die Hilfe des Malteser Hospizdienstes in Anspruch nehmen müssen, sagte Heil: „Die Unterstützung hat mir damals sehr geholfen und viel gegeben.” Er wünschte allen, dass sie immer die richtigen Worte finden mögen.
120 Unterrichtseinheiten über einen Zeitraum von neun Monaten hatten die 16 Frauen und Männer zuvor absolviert – dass dabei ein guter Zusammenhalt entstanden ist, zeigten sie im Anschluss an ihre eigene Ehrung. Allen Ausbilderinnen wurde wiederum nicht nur persönlich gedankt, sondern ebenfalls ein Präsent überreicht.
Generell gab es sehr viel Wertschätzung für alle Beteiligten an diesem Abend: Zu Christiane Hecht, die ehrenamtlich fast 80 Sterbebegleiter ausgebildet hatte und nun ihren Hut nimmt, sagte Susanne Kohlhepp: „Dein Wirken hat Spuren hinterlassen. Mit deinem Engagement und deiner Prägung machen die Ehrenamtlichen ihre Arbeit hervorragend.” Und Chiara Citran, Koordinatorin des Kinderhospizdienstes, bedankte sich abschließend bei allen, „die diesen Abend so schön gestaltet haben.”
Musikalisch umrahmt wurde der Festakt von Sonja Heil und Susanne Schrepper vom Gesangsduo Voiceful, die unter anderem ein Lied von Rod Steward („I am sailing”) sowie „Ins Wasser fällt ein Stein” von Kurt Kaiser sangen.
Im Raum Schlüchtern gibt es nun 28 Ehrenamtliche, die pro Jahr circa 40 sterbende Kinder und Erwachsene sowie deren Familien begleiten. Der Malter Hospizdienst betreibt im KUBE an zwei halben Tagen ein Büro – montagmorgens zwischen 8:15 und 12:30 Uhr sowie mittwochnachmittags zwischen 16:15 und 20:15 Uhr. Dieses Angebot soll künftig aber noch ausgeweitet werden. Weitere Informationen zum Malteser Hospizdienst sind unter malteser-fulda.de zu finden.
Die frisch qualifizierten Sterbebegleiter:
Gudrun Bechthold
Alexandra Becker
Walter Becker
Bettina Binsteiner
Monika Berger
Heike Habermann
Jürgen Habermann
Karin Maurer
Regina Künzl
Anne Leibold
Michaela Fuchs
Andrea Pusch
Christiane Räsch
Sharon Schultheis
Ursula Späth
Alina Weißler
Quelle: Stadt Schlüchtern

