HSG Hanau unterliegt nach kämpferischer Leistung Krefeld mit 22:26 (8:12)
Die HSG Hanau hat am Sonntagabend in der Main-Kinzig-Halle das erste Heimspiel der neuen Saison mit 22:26 (8:12) gegen die HSG Krefeld Niederrhein verloren. Vor 553 Zuschauern lieferten die Blau-Weißen den favorisierten Gästen einen harten Kampf. Am Ende setzten sich die Krefelder Dank ihrer Routine und der besseren Chancenverwertung in Hanau durch.
„Unter dem Strich war’s ein verdienter Sieg für Krefeld”, ordnete Trainer Axel Spandau ein. „Das lag vor allen Dingen daran, dass wir unsere Chancenverwertung noch deutlich verbessern müssen. Wir hatten wieder einige Freiwürfe über die Außen- und Kreispositionen. Hauptsächlich waren es diesmal jedoch die technischen Fehler die Ursache. Kämpferisch haben wir das sehr, sehr gut gemacht, und was wir spitzenmäßig gemacht haben, war die Tempo-Gegenstoßabwehr der ersten und der zweiten Welle gegen Krefeld — die bisher in jedem Spiel im hohen Dreißiger-Bereich getroffen haben. Allerdings ist unsere Angriffsleistung momentan zu schwach, um Punkte zu sammeln, was wir ab dem nächsten Heimspiel dringend ändern müssen.”
Grimmstädter bleiben lange auf Tuchfühlung
Es war nicht nur das erste Heimspiel der Saison, sondern auch das erste Spiel für Benedikt Müller. Durch eine Verletzung stand er die ersten beiden Saisonspiele sowie dem Pokalspiel nicht zur Verfügung. Gegen den Tabellenführer gab er nun sein Comeback – und das gleich in der Startsieben.
Der Start verlief für die Hanauer alles andere als wunschgemäß. Bereits in der zweiten Minute hatten die Niederrheiner doppelt zugeschlagen: Jörn Persson und Niklas Michalski trafen binnen 21 Sekunden zum 0:2. Wie in den Spielen zu vor, eröffnete wieder Cedric Schiefer das Tore werfen für die Blau-Weißen und verkürzte in der dritten Minute auf 1:2, doch Michalski stellte im direkten Gegenzug sofort wieder auf 1:3. Die anschließenden Minuten waren geprägt von einigen technischen Fehlern und Fehlwürfen auf beiden Seiten. In Unterzahl nutzte David Rivic ein schönes Anspiel von Cedric Schiefer zum 2:3. Im Anschluss war es immer das gleiche Muster. Krefeld legte vor und Hanau antwortete, der Abstand blieb bis zur 16. Minute. Zwei Ballgewinne der beweglichen Abwehr der Grimmstädter sowie eine Siebenmeterparade von Comebacker Müller sorgten dafür, dass das Spiel erstmals seit dem 0:0 beim 6:6 wieder ausgeglichen war. David Rivic erzielte den Ausgleich, nachdem er von Dennis Gerst in Szene gesetzt wurde.
Doch nach zwei erfolgreichen Siebenmetern der Gäste und einem Fehlwurf der Gastgeber stellte Krefeld den zwei Tore Abstand (6:8) wieder her. Eine Zeitstraße gegen Gästespieler Niklas Ingenpaß konnte die HSG nicht nutzen. Benedikt Müller im Tor hielt seine Farben jedoch weiter im Spiel. Für den nächsten Siebenmeter kam Florian Eberhardt zwischen die Pfosten. Dieser Wechsel macht sich bezahlt, hielt er gleich den vierten Versuch von Michalski und die Chance zum Ausgleich war wieder da. Diese wurde jedoch im folgenden Angriff liegen gelassen. Auf der anderen Seite setze sich Julius Rose zum 10:8 für die Gäste durch. Auch der folgende Angriff blieb ohne Torerfolg der Gastgeber. Krefeld nahm nun seine erste Auszeit der Partie. Sie zeigte Wirkung und sie erhöhten bis zur Halbzeit auf 12:8. In dieser Phase ließ die HSG durch Fehlwürfe sowie technische Fehler ein besseres Ergebnis zur Halbzeit liegen.
Die Mannschaft um das Kapitänsduo Kleemann/Müller hielt bis dahin kämpferisch dagegen. Mit einer beweglichen Abwehr zwangen sie die Eagles immer wieder zu Fehlern, ob in Form eines Ballgewinns oder eine Parade.
„Wir hatten beim 8:9 vorne wieder klare Würfe, beziehungsweise technische Fehler verursacht, so dass wir dann 8:12 in die Halbzeit gegangen sind”, beschrieb Trainer Spandau den entscheidenden Moment der ersten Hälfte.
Starke Phase in der zweiten Halbzeit
Wie schon im Auswärtsspiel bei der TSG Münster kamen Kleemann, Schiefer und Co mit Feuer aus der Kabine. Cedric Schiefer verkürzte binnen 36 Sekunden auf 9:12. Auch von zwei Treffer der Gäste auf 9:14 ließen sich die Blau-Weißen nicht beirren. Die folgenden sieben Minuten waren ihre stärkste Phase. Hinten ein starkes Zusammenspiel von leidenschaftlicher Deckungsarbeit im Verbund mit starken Paraden von Müller, unter anderem seinem zweiten gehaltenen Siebenmeter. Im Vorwärtsgang war nun auch mehr Tempo drin und nach Treffern von Schiefer, Cedric Marquardt, David Rivic und Jan-Eric Kleemann arbeiteten sich die Blau-Weißen in der 40. Minute auf 13:14 heran. Hanau war am Drücker, der Blaue Block trieb die Seinen lautstark an.
Dann kamen die Minuten, die den Blauen Block nochmals elektrisierten. In der 42. Minute traf Sebastian Hein zum 14:15, Benedikt Müller hielt und Cedric Schiefer glich in der 43. Minute zum 15:15 aus der zweiten Welle aus. Der Blauen Block feierte diesen Treffer frenetisch und schaltete nochmal einen Gang hoch. Gästetrainer Mark Schmetz hatte nun genug gesehen. Mit seinem zweiten Time-Out unterbrach er den Lauf der Gastgeber.
Was folgte, waren vier Minuten reiner Krefelder Handball: Michalski traf zum 15:16, Lukas Böhm glich nochmals für Hanau zum 16:16 aus. Dann schlugen die Niederrheiner dreimal in 81 Sekunden zu: Jörn Persson (16:17), Justin Wollny (16:18) und Julius Jonathan Rose (16:19). Aus dem Gleichstand war ein Drei-Tore-Rückstand geworden, ehe Hanau reagieren konnte. Nun nahm Trainer Axel Spandau sein Timeout. Doch Krefeld hatte die Weichen gestellt und baut den Vorsprung bis zur 48. Minute auf 16:21 aus.
Die Grimmstädter gaben nicht auf. Die letzten 12. Minuten verwaltete der Gast routiniert. Cedric Marquardt, Dziugas Jusys und Cedric Schiefer steuerten weitere Treffer bei und hielten den Abstand auf vier bis fünf Tore. Die Möglichkeiten das Spiel weiterhin offen zu gestalten waren da. Es zieht sich jedoch, wie ein roter Faden durch die Saison, technische Fehler und das Auslassen bester Chance verhinderte ein besseres Ergebnis.
Die Grimmstädter haben angetrieben vom Blauen Block über 60 Minuten eine tolle kämpferische Leistung an den Tag gelegt. Die Deckung macht Krefeld das Leben mit ihrer Beweglichkeit schwer. „Wir werden weiterhin an der Verbesserung unseres Tempogegenstoßspiels und unserem Angriffsspiel diese Woche arbeiten, um endlich die ersten zwei Punkte in dieses Saion am kommenden Freitag zu holen.“, gibt Spandau den Ausblick für die kommende Woche.
Bereits am kommenden Freitag, 25. September 2026 um 20:15 Uhr gastiert erstmal der HV Vallendar in der Main-Kinzig-Halle. Der Aufsteiger aus dem Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz hat bereits zwei Pluspunkte auf seinem Konto.
Aufstellung HSG Hanau: Müller, Eberhardt; Kleemann (1), Hein (4), Jusys (2), Just, Gerst (1), Geerken, Böhm (2), Schöber, Scharriär, Rivic (3), Schiefer (6), Marquardt(3/1).
Aufstellung HSG Krefeld Niederrhein: Rüspeler, Borucki; Wollny (2), Schneider (2), Kösters, Siegler (2), Michalski (10/3), Braun, Jagieniak, Persson (4), Ingenpaß (1/1), Rose (5), Papina, Mevissen.
Zeitstrafen: 8:2 Min. – Siebenmeter: 1/1:7/4. – Rote Karten: keine. – Zuschauer: 553. – Schiedsrichter: Maximilian Engeln / Felix Schmitz.
Quelle: HSG Hanau

