Sinntal/Sinngrund Die Schüler/-innen der ehemaligen katholischen und evangelischen Volksschule vom Jahrgang 1949/1950 in Obersinn (Lkr Main-Spessart) haben sich aus Anlass „70 Jahre Schulanfang“ getroffen. Unter dem Motto: „Damals entzweit – heute vereint!“ erinnerten sie sich, dass die 24 katholischen Erstklässler in der Katholischen Volksschule (heutige Mehrzweckhalle) und die 6 evangelischen Erstklässler im Schulgebäude gegenüber dem Kriegerdenkmal eingeschult wurden. Die katholischen Erstklässler wurden damals zusammen mit den Zweitklässlern von der Lehrerin Gerda Appel, und die Evangelischen mit allen 8 Klassen vom Lehrer Preißer in einem Raum begrüßt. Diese „Konfessionsschulen“ wurden in Bayern erst 1967 nach einem – von der SPD beantragten – Volksentscheid abgeschafft und damit gleiche Bildungs-bedingungen erreicht.
Von den 30 Schülerinnen und Schülern gingen später zwei in die Realschule nach Altengronau und einer ins Gymnasium nach Brückenau. Insgesamt haben 12 Schüler*innen Obersinn aus beruflichen oder privaten Gründen verlassen. 7 Mitschüler*innen sind leider schon verstorben.
Der Zusammenhalt beider Schulklassen entstand erst nach der Schulzeit als alle ihre Berufsausbildung in Obersinn bzw. auswärts begonnen haben und ist bis heute geblieben. Insgesamt drei Ehepaare gingen aus den Mitschülerinnen und Mitschülern hervor und wohnen heute noch in Obersinn.
Mehr als 25 Klassentreffen in 70 Jahren organisiert
Die Organisatoren waren über viele Jahrzehnte Gebhard Weikinger (Obersinn) und Anton Hofmann (Rodenbach bei Hanau). Der Jahrgang 49/50 traf sich seit der Einschulung im Jahr 1956 mehr als 25 Mal. Im Durchschnitt alle 5 Jahre zu schönen Ausflügen (Fränkische Schweiz, Rhein in Flammen, ein Wochenende in der Gemündener Hütte auf dem Kreuzberg in der Rhön, Weindorf Thüngersheim, Veitshöchheim und Würzburg, Bad Kissingen usw. mit unterschiedlichsten Verkehrsmitteln Bus, Zug, Schiff oder Traktor). Bei allen Klassentreffen wurden die persönlichen, beruflichen und familiären Veränderungen ausgetauscht.
Seit 10 Jahren hat – die erst kürzlich verstorbene – Anneliese Schmirler die Organisation der jährlichen Klassentreffen in privaten Räumlichkeiten oder im Gasthaus Eck bestens organisiert. Aus Anlass „70 Jahre Schulanfang“ gab es ein besonderes Programm: Der Tag begann mit einem gemeinsamen „Mittagessen im Gasthaus Eck“ trafen sich 17 von 23 noch lebenden Schülerinnen und Schülern im Museum „Leo-Weismantel-Haus“ und verfolgten eine rund einstündige reichlich bebilderte Power-Point-Point-Präsentation ihres Schulkollegen Anton Hofmann. Bei Kaffee und Kuchen sowie angeregter Unterhaltung und einer spontanen musikalischen Einlage im „Öwersinner Dialekt“ von Leo Breitenbach mit der Gitarre für einen gemütlichen Ausklang.
Das dörfliche Zusammenleben begann für die meisten späteren Mitschüler*innen – egal welcher Konfessionen sie angehörten – im „Katholischen Kindergarten“ in Obersinn. Ab dem 6. Lebensjahr erfolgte für 8 Schuljahre die vorgenannte Trennung in die beiden Konfessionsschulen in Obersinn. Während der Berufsausbildungszeit besuchten sie je nach Berufsausbildung die Berufsschulen in Gemünden oder Würzburg. Je zwei Mitschüler erlernten gemeinsam einen Handwerksberuf als Feinmechniker (Fa. Kühn – Mittelsinn), Schmied & Landmaschinenmechniker (Fa. Mack) und Fliesenleger (Fa. Dill) in Obersinn.
Rund ein Drittel zogen nach der Schulzeit um
Bedingt durch berufliche Veränderungen und Partnerwahl zogen insgesamt ein Drittel (10) Mitschülerinnen und Mitschüler in die benachbarten Landkreise Main-Kinzig, Main-Taunus-Kreis, Offenbach-Land und die Städte Darmstadt und Marburg im Land Hessen sowie nach Ravensburg und Bad Peterstal in Baden-Württemberg, oder nach Würzburg um.
„Wir treffen uns zukünftig weiterhin mindestens einmal bei Kaffee & Kuchen und/oder beim Schachblumenfest bzw. bei der Kirb oder dem Weinfest in unserem Geburts- und Schulort Obersinn“ war der einstimmige Wunsch aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer am diesjährigen „Jubiläumstreffen“.
Quelle: Anton Hofmann

