CDU fordert grundlegenden Kurswechsel bei Investitionen und Personalplanung
Erneut zeichnet CDU-Vorsitzender Otmar Wörner das Bild vom Kapitän und Steuermann, die durch raue See navigieren. Doch Nidderau ist nicht das einzige Schiff auf diesem Meer: Auch andere Städte und Gemeinden stehen vor schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen. Die äußeren Umstände allein können die aktuelle Lage Nidderaus daher aus Sicht der CDU nicht erklären. Entscheidend sei vielmehr, wie frühzeitig auf Veränderungen reagiert und welche finanziellen Verpflichtungen eingegangen werden.
„Die schwierige finanzielle Situation ist nicht über Nacht entstanden. Sie ist auch das Ergebnis von Entscheidungen, die über Jahre getroffen wurden“, erklärt Otmar Wörner. Aus Sicht der CDU hätte bei Investitionen und beim Ausbau städtischer Strukturen deutlich früher gegengesteuert werden müssen.
Aufgabe von Bürgermeister und Erstem Stadtrat wäre es gewesen, rechtzeitig Kurskorrekturen einzuleiten. Zu häufig sei bei Investitionsentscheidungen die Aussicht auf Fördermittel ein entscheidendes Argument gewesen. Für die CDU steht fest: Ein Vorhaben darf nicht allein deshalb umgesetzt werden, weil Bund oder Land Zuschüsse bereitstellen. Entscheidend muss sein, ob die Stadt ihren Eigenanteil und insbesondere die langfristigen Folgekosten dauerhaft tragen kann.
Denn zu den eigentlichen Investitionskosten kommen häufig weitere Ausgaben für Personal, Betrieb, Unterhaltung und Finanzierung. „Fördermittel sind sinnvoll und wichtig. Aber ein Zuschuss macht aus einem langfristig nicht finanzierbaren Projekt noch keine gute Investition“, so Wörner.
Das gelte auch für Personalentscheidungen. So seien Stellen zunächst befristet und bezuschusst geschaffen und später dauerhaft in die städtischen Strukturen übernommen worden. Eine Anschubfinanzierung dürfe jedoch nicht dazu führen, dass langfristige Verpflichtungen entstehen, deren Finanzierung anschließend allein bei der Stadt liegt.
Einstellungsstopp kommt zu spät
Erst unter dem Druck akuter Liquiditätsprobleme habe der Bürgermeister einen Einstellungsstopp verhängt – aus Sicht der CDU deutlich zu spät und erst, nachdem entsprechende Forderungen aus den Reihen der Nidderauer Parteien erhoben worden seien. Für die Haushalte 2026 und 2027 könne diese Maßnahme deshalb kaum noch eine spürbare Entlastung bringen.
Für die CDU zeigt sich darin ein grundsätzliches Problem: Zu lange sei darauf gesetzt worden, Projekte und Strukturen mithilfe von Zuschüssen aufzubauen, ohne die daraus entstehenden dauerhaften Belastungen ausreichend zu berücksichtigen.
Dabei gehe es ausdrücklich nicht darum, Fördermittel grundsätzlich abzulehnen. „Wenn Bund oder Land eine sinnvolle kommunale Investition fördern, sollte eine Stadt diese Möglichkeit selbstverständlich nutzen. Aber ein Zuschuss darf niemals der Grund sein, ein Vorhaben überhaupt erst zu beginnen“, betont Wörner.
CDU fordert langfristig tragfähige Finanzpolitik
Aus Sicht der CDU Nidderau braucht es deshalb einen grundlegenden Kurswechsel. Künftige Investitionen müssten sich stärker an der tatsächlichen finanziellen Leistungsfähigkeit der Stadt orientieren. Neben den Investitionskosten müssten vor jeder Entscheidung auch die langfristigen Folgekosten transparent dargestellt werden.
Gleiches gelte für die Personalplanung. Befristete Förderungen oder projektbezogene Zuschüsse dürften nicht zu dauerhaften Verpflichtungen führen, wenn deren Finanzierung langfristig nicht gesichert sei.
„Jetzt müssen wir aus den Entwicklungen der vergangenen Jahre die richtigen Konsequenzen ziehen. Nidderau braucht eine Finanzpolitik, die nicht erst reagiert, wenn der finanzielle Spielraum nahezu aufgebraucht ist. Investitionen müssen priorisiert, Folgekosten ehrlich benannt und dauerhafte Ausgaben langfristig finanzierbar sein“, erklärt Wörner.
Die CDU Nidderau will deshalb darauf hinwirken, dass Investitions- und Personalentscheidungen künftig konsequenter unter dem Gesichtspunkt der langfristigen finanziellen Tragfähigkeit getroffen werden.
„Wer ein Schiff sicher durch raue See bringen will, darf nicht erst reagieren, wenn das Wasser bereits über die Reling schwappt. Vorausschauendes Handeln heißt, rechtzeitig den Kurs zu korrigieren und die eigenen Möglichkeiten realistisch einzuschätzen“, so Wörner abschließend.
Bild KI generiert
Quelle: Steffen Wilde

