Bis 22. Dezember am Hessen-Homburg-Platz / Teil der Kooperation zwischen Stadt Hanau, Main-Kinzig-Kreis, Staatlichem Schulamt und der Jüdischen Gemeinde Hanau
Wie sich Antisemitismus erkennen lässt und wie Schulen angemessen damit umgehen können, damit beschäftigt sich die Ausstellung „Ja, DAS ist Antisemitismus! Jüdische Erfahrungen in Hessen”, die jetzt im Staatlichen Schulamt (Hessen-Homburg-Platz 8) in Hanau eröffnet worden ist. Sie ist hier bis zu den Weihnachtsferien, 22. Dezember, zu sehen. Zur Eröffnung kamen rund 30 Schulleitungen und Lehrkräfte, die an ihren Schulen als Ansprechpersonen für das Thema Antisemitismus benannt sind.
Auf klassische Grußworte wurde zum Auftakt bewusst verzichtet. Stattdessen führte Moderatorin Corinna Künzel, Mitarbeiterin des Fortbildungsbüros beim Staatlichen Schulamtes für den Main-Kinzig-Kreis und die Stadt Hanau, durch eine Fragerunde mit Silke Siekemeyer, Leiterin des Staatlichen Schulamtes, Dr. Susanne Urban von der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Hessen (RIAS), Oliver Dainow, Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Hanau, Hanaus neuem Oberbürgermeister Dr. Maximilian Bieri und Jannik Marquart, Vize-Landrat und Schuldezernent des Main-Kinzig-Kreises. Im Mittelpunkt standen unter anderem die Entstehung der Zusammenarbeit, aktuelle Erscheinungsformen und steigende Fallzahlen von Antisemitismus sowie die Frage, welche Verantwortung Schulen und Stadtgesellschaft bei Prävention und Aufklärung tragen.
„Hanau hat eine lange jüdische Geschichte, und jüdisches Leben gehört selbstverständlich zu unserer Stadt, nicht nur historisch, sondern auch heute“, betonte Oberbürgermeister Dr. Maximilian Bieri. Gleichzeitig gebe es leider auch in Hanau immer wieder antisemitische Vorfälle. „Deshalb haben wir in Hanau, aber eben auch im gesamten Main-Kinzig-Kreis die Verantwortung: Wir müssen frühzeitig sensibilisieren, aufklären und Haltung zeigen.“
Die Schulen spielten dabei eine zentrale Rolle, darin waren sich alle Beteiligten einig. Sie seien nicht nur Orte der Wissensvermittlung, sondern auch Orte, an denen junge Menschen demokratisches Miteinander lernen sollten. „Wir müssen Prävention und Intervention über Einzelmaßnahmen hinausdenken und dauerhaft verankern. Insbesondere weil Antisemitismus sich immer wieder verändert, brauchen Schulen die passenden Werkzeuge, um ihn zu erkennen und wirksam zu handeln“, betonte Oliver Dainow.
Das Netzwerk der Multiplikatoren sorge dafür, dass keine Schule mit diesen Herausforderungen allein bleibe. Gemeinsame, schulübergreifende Formate, konkrete Lösungen und stetiger Austausch machten den Leuchtturmcharakter dieser hessenweit einmaligen Kooperation aus, unterstrich Dainow.
„Nie wieder ist jetzt. Für den Main-Kinzig-Kreis und auch für mich persönlich hat die Bekämpfung des Antisemitismus deshalb höchste Priorität. Jüdisches Leben gehört zu unserer Gesellschaft, zu unserer Region und zu unserem Alltag. Gerade Schulen haben die Verantwortung, junge Menschen für Antisemitismus zu sensibilisieren, jüdisches Leben sichtbar zu machen und ihnen zu vermitteln, dass Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit keinen Platz haben. Deshalb ist es wichtig, dass wir gemeinsam mit unseren Partnern nicht nur erinnern, sondern heute Haltung zeigen und handeln“, so Vize-Landrat Jannik Marquart.
Die Ausstellung mit zahlreichen Zeichnungen der Künstlerinnen Sophia Hirsch und Büke Schwarz ist Teil dieser Kooperation und wurde anschließend von Dr. Susanne Urban von der RIAS Hessen vorgestellt und offiziell eröffnet. Sie gab eine Einführung in die Hintergründe und Inhalte der rund zehn Banner umfassenden Ausstellung, die die anwesenden Gäste an diesem Nachmittag auch selbst für sich entdecken konnten.
Interessierte können die Ausstellung im Staatlichen Schulamt (Hessen-Homburg-Platz) ab sofort kostenfrei besuchen. Eine Anmeldung ist möglich bei Corinna Künzel unter Corinna.Kuenzel@kultus.hessen.de.
Interessierte Schulen, die diese Ausstellung zu sich in die Einrichtung holen möchte, können sich bei der Jüdischen Gemeinde Hanau unter info@jg-hanau.de melden.
Hintergrund: Kooperationsvereinbarung zur Antisemitismus-Prävention
Die Stadt Hanau, der Main-Kinzig-Kreis, das Staatliche Schulamt und die Jüdische Gemeinde Hanau haben Anfang Juni eine gemeinsame Kooperationsvereinbarung zur Antisemitismusprävention und -intervention an Schulen geschlossen. Ziel ist es, Schulen in Hanau und im Main-Kinzig-Kreis dabei zu unterstützen, antisemitische Erscheinungsformen zu erkennen, fachlich einzuordnen und angemessen mit Vorfällen umzugehen.
Dazu sollen unter anderem Fortbildungen, Beratungsangebote, fachliche Austauschformate und geeignete Materialien für Schulen entwickelt und zugänglich gemacht werden. Im Mittelpunkt stehen die Sensibilisierung von Lehrkräften und pädagogischem Personal, die Stärkung jüdischer Perspektiven und der Schutz betroffener Schülerinnen und Schüler.
Die Kooperationspartner bringen dabei ihre jeweiligen Kompetenzen ein: Die Stadt Hanau insbesondere in den Bereichen Demokratiebildung, Prävention und Erinnerungskultur, der Main-Kinzig-Kreis seine regionalen Vernetzungs- und Präventionsstrukturen, das Staatliche Schulamt seine fachliche und koordinierende Rolle im schulischen Kontext und die Jüdische Gemeinde ihre Expertise zu jüdischem Leben und Antisemitismus. Die Angebote für Schulen sind freiwillig und bedarfsorientiert.
Pressekontakt:
Stadt Hanau, Julia Oppenländer
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Quelle: Stadt Hanau

