Nidderau – „Wehrdienst – ja, nein, vielleicht?“ Um sich einer Antwort auf diese Frage zu nähern,
luden die Nidderauer Grünen in den Hessischen Hof in Heldenbergen ein. Ziel war es, allen jungen
Menschen, die von der Bundeswehr aufgefordert werden, in einem Fragebogen ihr Interesse an
einem Wehrdienst selbst einzuschätzen, argumentative Grundlagen für eine fundierte Entscheidung
an die Hand zu geben.
Der Grüne Bundestagsabgeordnete Tarek Al-Wazir, der Bundeswehroffizier und Vorsitzende des
Familienbeirates der Stadt Nidderau Marcel Karcher sowie Alexander Reuter von der „Deutschen
Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen“ stellten ihre unterschiedlichen
Perspektiven dar. Die Moderation des Abends übernahm Florian Dropsch, Mitglied der Nidderauer
Grünen.
Zu Beginn wurde das Publikum gebeten, sich in einer Abstimmung zum Wehrdienst zu positionieren.
Neun Personen stimmten für ja, sechs für nein und neun für vielleicht. Inhaltlich beschäftigte sich die
Runde in Teil eins damit, wie Deutschland seine Sicherheit gewährleisten kann, um die Demokratie
auch für zukünftige Generationen zu schützen. Dabei nahmen die Diskutanten auch Stellung zu der
Frage, warum gerade junge Menschen vom aktuellen Wehrpflichtmodernisierungsgesetz und von
einer potentiellen Verschärfung hin zu einer Wehrpflicht betroffen sind – eine Generation, die unter
schwierigen Bedingungen wie der Corona-Pandemie aufgewachsen ist und angesichts von
Klimawandel und Staatsschulden ohnehin schon viele zukünftige Lasten tragen muss.
Im zweiten Teil standen die drei Diskussionsteilnehmer dem zahlreich erschienenen Publikum Rede
und Antwort. Die Standpunkte von Tarek Al-Wazir und Marcel Karcher überzeugten, denn eine
erneute Abfrage am Schluss ergab eine deutliche Veränderung in der Entscheidung. Achtzehn Ja
Stimmen für den Wehrdienst, fünf dagegen und nur noch vier Stimmen, die unsicher waren.
„Besonders aufgefallen ist mir der gute Umgang mit- und untereinander“, so der Moderator Florian
Dropsch. „Ich bin stolz, dass wir in einer polarisierten, hitzigen Zeit einen positiven Beitrag zu einer
sachlicheren Debattenkultur leisten konnten. Herzlichen Dank dafür den drei Teilnehmern auf dem
Panel, dem Publikum und meinem Grünen Heimat-Orstverband, der mir als jungem Menschen ohne
zu zögern die Leitung des Abends anvertraut hat“.

Quelle: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Nidderau

