Montag, Oktober 5, 2026
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Landfrauen Gründau wandern mit poetischen und historischen Einlagen

Eine gelungene Wanderung mit lyrischen Lesungen am Wegesrand im Früherbst durch die Gemarkungen Niedergründau und Rothenbergen organisierten die Landfrauen Gründau am Wochenende. Bei herrlichem Sonnenschein wurden die 62 Teilnehmerinnen und Teilnehmer – überwiegend Frauen – um 14 Uhr an der Bergkirche in Niedergründau herzlich begrüßt. Dies teilte Rosemarie Knutzen mit. Die Wanderung begann mit
ausführlichen Informationen über die Bergkirche, die erstmals im Jahr 1217 urkundlich erwähnt wurde und eine Station des Jakobswegs ist. Für unterwegs erhielten alle Teilnehmenden kleine Wasserflaschen.

Anschließend führte der Weg die Schifferbergstraße hinab. An der dortigen Informationstafel legte die Gruppe einen Halt ein und erfuhr Wissenswertes über die Bedeutung des Straßennamens. Dieser Abschnitt ist zugleich Teil des Kultur- und Wanderwegs Niedergründau. Nach der Überquerung der Liebloser Straße ging es weiter in die
Obergasse, die früher als Hauptverkehrsstraße diente. Dort wurden geschichtliche Hintergründe zum Dorfplatz, zum Museum und zum alten Rathaus erläutert; auch hier befindet sich eine Informationstafel. Wenige Meter weiter
hielt die Gruppe vor dem ehemaligen Tante-Edith-Laden, in dem sich die Schulkinder früher ihr sogenanntes „Mohrenkopfbrötchen“ kauften.

Gegenüber befanden sich der Sitz der Familie Rückriegel mit ihrem kleinen Lager und schräg gegenüber der alte Friedrichshof. Nach der Überquerung der Rothenberger Straße führte die Route in Richtung Feld. Am historischen Gebäude des „Großhandels Rückriegel“ wurde erläutert, wie die Familie Rückriegel ihr Handelsgeschäft ausbaute – schließlich gilt Niedergründau auch als „Dorf des Handels“. Nach diesen vielfältigen Eindrücken wanderte die Gruppe durch die angrenzenden Felder und am Friedrichshof vorbei, wo die Langhornrinder bestaunt
wurden. Nach dem längeren Anstieg zum Galgenberg empfing der Schriftsteller Peter Völker die Gruppe und präsentierte nach einer kurzen Verschnaufpause eine erste lyrische Kostprobe.

Weiter ging es
in Richtung Weiße Steinkaute, wo Johan Wofgang Goehte ein mystisches Erlebnis hatte. Völker las aus seinem Werk „Dichtung und Wahrheit und eine eigene Räubergeschichte über den alten Handelsweg zwischen Leipzig und Frankfurt. Auf halber Strecke, am Übergang vom Kultur- und Panoramaweg Niedergründau zum Kultur- und Panoramaweg Rothenbergen, wurde die Gruppe mit einer weiteren literarischen Pause belohnt. Danach führte der Weg geradewegs zur Weißen Steinkaute. Dort hatten die Landfrauen Zeltbänke aufgestellt und erneut Wasser bereitgestellt. Zudem stand für diejenigen, die den Rückweg nicht mehr zu Fuß bewältigen konnten, ein Fahrdienst zur Verfügung. Der Ausblick war – wie während der gesamten Tour – wunderschön. Die Landfrauen hatten an alles gedacht.

Nach den eindrucksvollen literarischen Lesungen und den Informationen von Völker über den historischen Verkehrsweg, die mit Beifall begleitet wurden, machten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf den Rückweg zur Bergkirche. Sie wählten die einfachere Route über den Schneidweg, vorbei an der Christkönig-Kirche. An der Bergkirche wurden sie bereits von einigen Landfrauen erwartet, die selbst gebackenen Kuchen und Torten sowie Kaffee und Tee an liebevoll dekorierten Tischen vorbereitet hatten. Ein herzlicher Dank gilt der Evangelischen Kirchengemeinde Bergkirche für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und ihre Unterstützung.

Nach der Stärkung rundete Völker die Veranstaltung mit einem letzten literarischen Beitrag ab. Herzlichen Dank Peter Völker für seine Literarische Begleitung. Die Veranstaltung der Landfrauen Gründau war nach Angaben von Knutzen ein voller Erfolg. Mit ihrem Projekt machten sie das ehrenamtliche Engagement von Frauen im ländlichen Raum auf eindrucksvolle Weise sichtbar.

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Quelle: Peter Völker

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