Donnerstag, September 24, 2026
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Offener Brief des Fördervereins der Musikschule Schöneck-Nidderau-Niederdorfelden

Die Musikschule ist mehr als Musikunterricht – sie ist Bildung, Teilhabe und fester Bestandteil
des Kulturlebens.
Die Musikschule leistet einen wichtigen Beitrag im Bereich der außerschulischen Bildung und ist
Teil der kommunalen Bildungslandschaft. Ihre Arbeit wird wesentlich kommunal getragen; zugleich
unterstützt das Land Hessen die Musikschullandschaft im Rahmen des „Pakts für Musikschulen“ und
der seit 2025 geltenden Förderrichtlinie mit einem qualitätsorientierten Fördermodell. Land und
Kommunen tragen damit gemeinsam Verantwortung für die musikalische Bildungsstruktur vor Ort.
Als Förderverein unterstützen wir diese Arbeit.

Rund 2.000 Fachbelegungen, qualifizierte Lehrkräfte, Angebote von der frühkindlichen
musikalischen Bildung bis zur Studienvorbereitung, zahlreiche Kooperationen mit Schulen und Kitas,
unsere Musikschule ist ein wichtiger Bestandteil des Bildungsangebots unserer Region. Hinzu
kommen rund 50 Arbeitsplätze und zahlreiche kostenfreie öffentliche Konzerte und
Veranstaltungen sowie die Untermalung diverser städtischer Veranstaltungen.
Vor diesem Hintergrund hält der Förderverein die drei vorliegenden Beschlussvorlagen in ihrer
Gesamtwirkung für untragbar und fordert, ihre Folgen für Bildungsangebot, Qualität und finanzielle
Stabilität der Musikschule gemeinsam zu betrachten. Alle Beschlussvorlagen können eingesehen
werden auf https://rim.ekom21.de/nidderau/vorlagen
VL-283/2026 – Kürzung der jährlichen Unterstützung
Die Vorlage sieht ab 2029 eine Kürzung der jährlichen Unterstützung um 38.800 € vor. Die
tatsächliche Wirkung wäre jedoch deutlich größer. Es entsteht ein Dominoeffekt, wenn nicht gar eine
Teufelsspirale.
 Die Musikschule wird von drei Kommunen getragen. Eine Kürzung in Nidderau setzt
zwangsläufig einen Anpassungsdruck bei den anderen Kommunen in Gang. Bei einer anteiligen
Übertragung der Kürzung entsteht dadurch insgesamt ein Fehlbetrag von rund 70.000 € jährlich.
 Einsparpotential bieten nur die Personalkosten. Personalkosteneinsparungen ziehen ein
reduziertes Unterrichtsangebot nach sich, weniger Schüler können ein musikalisches Angebot
wahrnehmen, damit wird der Qualitätserfüllungsgrad sinken, was wiederum Auswirkungen auf
die Förderfähigkeit nach den Förderrichtlinien des Landes Hessen hat. Für 2029 steht damit ein
weiterer Einnahmeverlust von rund 30.000 € im Raum und die Stadt Nidderau verzichtet mittelbar
auf Landesmittel.

Gesamtwirkung: Aus einer kommunalen Kürzung von 38.800 € wird 2029 so ein Gesamtverlust
von über 100.000 € werden – mit unmittelbaren Folgen für Personal, Unterrichtsangebot und
Qualität.
Ein solches Defizit kann der Förderverein nicht mit einem Waffelverkaufsstand ausgleichen, es
gefährdet die gesamte Existenz der Musikschule.

VL-284/2026 – Einstellung der musikalischen Früherziehung
Die Förderung der musikalischen Früherziehung in den städtischen Kitas soll vollständig entfallen.
Dafür sind 45.000 € im Haushalt 2026 vorgesehen. Davon wird nicht einmal die Hälfte von der
Musikschule abgerufen. Die Umsetzung des Angebots kam recht, als Erzieherinnenstellen nicht
besetzt werden konnten und soll nun, da die Kinderzahlen sinken, gestrichen werden. Uns als
Förderverein ist es wichtig, dass weiterhin möglichst viele Kitakinder mit einem musikalischen
Angebot erreicht werden können, während der Betreuungszeiten, integriert in den Bildungsalltag der
Kitas und unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Eltern. Das Angebot sollte wenigstens
in den Kitas erhalten bleiben, in dem das Konzept bereits umgesetzt wurde, denn gerade der frühe
Zugang schafft Teilhabe und legt Grundlagen für weitere musikalische Bildung. Inzwischen ist
wissenschaftlich erwiesen, dass nicht nur Sport wichtig für Körper und Seele ist, sondern die Wirkung
von Musik ebenso wertvoll einzuschätzen ist.
Hier wird nicht nur ein Zuschuss gekürzt, sondern ein niedrigschwelliges Bildungsangebot für
Kinder gestrichen.
VL-298/2026 – Beteiligung an den Betriebskosten
Die Musikschule soll sich künftig an den Betriebskosten der Räume im Erbstädter Pfaffenhof und im
Windecker JUZ Blauhaus beteiligen. Die prognostizierten Summen schwanken zwischen 5000 und
etwas über 6000 € pro Jahr und richten sich nach der Anzahl der Unterrichtsstunden, die in den
Räumen abgehalten werden.

Die Räume sind unmittelbare Voraussetzung für Unterricht, Instrumentenlagerung und dienen damit
der Erfüllung des öffentlichen Bildungsauftrags, den öffentliche Musikschulen nach den Leitlinien
des VdM wahrnehmen. Die Beträge wirken in der Zusammenschau wie Peanuts, können aber gerade
der Tropfen sein, der das Fass endgültig zum Überlaufen bringt.
Der Förderverein hält die Verlagerung des Unterrichts in die Nachbarkommunen für nur eine
mögliche Idee, um wenigstens dieses Geld einzusparen. Das brächte allerdings weitere Wege für
Nidderauer Musikschüler mit sich und beträfe auch ein Sozialangebot im Blauhaus.
Wer sich der Folgen für Nidderau und die Region bewusst ist, sollte entsprechend handeln und nicht
riskieren, dass es unsere Musikschule in spätestens 4 Jahren nicht mehr gibt, weil sie kaputtgespart
wurde, denn es müssten über 100.000 Euro real eingespart werden, um ein Defizit durch die
Nidderauer Kürzung um 38.800 Euro auffangen zu können und die Abwärtsspirale würde sich
weiterdrehen. Als Vertreter des Fördervereins der Musikschule Schöneck-NidderauNiederdorfelden appellieren wir an die Stadtverordneten, die genannten Beschlussvorlagen
abzulehnen.

Gez.
Dr. Heike Lasch (Vorsitzende), Horst Körzinger (Stellvertreter), Bernd Reuter MdB a.D. (Beisitzer)

Quelle: Förderverein

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