MKK-Echo

Milder Winter, früher Beginn der Zeckensaison

pinnentiere wieder aktiv: Kreis gibt Tipps zum richtigen Umgang

Main-Kinzig-Kreis. – Die milderen Winter auf Grund des Klimawandels sorgen dafür, dass es immer öfter keine jahreszeitlich bedingte Zeckenpause mehr gibt. Die Spinnentiere werden immer früher im Jahr aktiv. Darauf weist das Amt für Gesundheit und Gefahrenabwehr hin und rät zu umsichtigem Verhalten bei Zecken an. Die Tiere können mit FSME-Viren oder Borrelien infiziert sein und diese Krankheitserreger auf den Menschen übertragen.

Ab einer Außentemperatur von etwa sieben Grad oder darüber sind die Tiere aktiv und auf der Suche nach einer Blutmahlzeit. Bei milden Wintern beschränkt sich die Zeckensaison somit nicht mehr nur auf Sommer und Herbst. Menschen, die häufig im Freien unterwegs sind, können bei entsprechender Witterung daher fast ganzjährig gestochen werden.

Die Regionen südlich des Mains gehören seit vielen Jahren zu den Risikogebieten für eine durch Zecken übertragende Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Eine FSME-Erkrankung beginnt mit grippeähnlichen Symptomen in Form von Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schwindelgefühl und Erbrechen. Dann folgt eine fieberfreie Zeit von bis zu einer Woche. Als Folgeschäden der FSME können Kopfschmerzen und Lähmungen noch mehrere Monate anhalten. Insbesondere bei älteren Menschen kann es zu bleibenden Schäden kommen, während die Krankheit bei Kindern meist folgenlos ausheilt.

Die Impfung gegen die FSME-Erkrankung empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut für Personen, die in Risikogebieten wohnen, arbeiten oder sich aus anderen Gründen dort aufhalten und für die das Risiko eines Zeckenstiches besteht.

Häufiger als FSME wird die Borreliose durch Zecken übertragen. In Deutschland ist je nach Region bis zu ein Drittel der Zecken mit Borrelien befallen. Die Infektion beginnt oft mit einer ringförmigen Hautrötung, die sich um den Zeckenstich bildet. Weitere Symptome können Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Fieber sein. Unbehandelt sind Spätfolgen wie Gelenk-, Herzmuskel- oder Nervenentzündungen möglich. Anders als bei FSME gibt es gegen Borreliose zwar keinen Impfschutz, rechtzeitig erkannt kann die Erkrankung jedoch gut antibiotisch behandelt werden.

Zecken lauern auf Gräsern und Büschen und werden beim Vorbeigehen abgestreift. Wer jedoch einige Tipps beherzigt, kann sich vor der Übertragung gefährlicher Erreger durch Zeckenstiche schützen. Das gilt im Übrigen auch für neue Zeckenarten wie die Hyalomma- oder Auwaldzecke, die infolge des Klimawandels aus südlichen Ländern nach Deutschland vordringen. Für den Umgang bei einem Zeckenbiss durch eine eingeschleppte Art gelten die gleichen Hinweise wie für den „Gemeinen Holzbock”, die häufigste Zeckenart. Um sich vor einem Zeckenstich zu schützen rät das Amt für Gesundheit und Gefahrenabwehr:

Ø Beim Spazierengehen in Regionen, in denen mit Zecken zu rechnen ist, sollte man Unterholz und hohes Gras meiden und am besten auf festen Wegen bleiben. Wenn dies jedoch nicht möglich ist, sollten langärmelige Hemden, lange Hosen und festes Schuhwerk getragen werden.

Ø Helle Kleidung tragen, denn sie hat den Vorteil, dass sich Zecken darauf leichter entdecken lassen.

Ø Nach dem Aufenthalt im Freien sollte immer der Körper nach Zecken abgesucht werden, insbesondere bei Kindern. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei Kopf und Hals, der Haut unter den Armen, zwischen den Beinen und in den Kniekehlen.

Ø Bestimmte Stoffe können Zecken durch ihren Geruch fernhalten. Solche sogenannten Repellentien können auf die Haut aufgetragen werden und können für einige Stunden einen gewissen Schutz bieten. Sie sind zum Beispiel in der Apotheke oder in Drogerien erhältlich.

Falls es doch zu einem Zeckenstich gekommen ist, muss das Spinnentier möglichst schnell entfernt werden. Dadurch lässt sich das Risiko deutlich verringern, dass Krankheitserreger übertragen werden. Für das Entfernen der Zecken gelten folgende Tipps:

Ø Die Zecke muss so schnell wie möglich mit einer speziellen Zeckenzange oder Zeckenkarte entfernt werden.

Ø Sie wird dafür im Kopfbereich möglichst nah an der menschlichen Haut entfernt.

Ø Sie darf dabei nicht zerquetscht werden, sonst besteht die Gefahr, dass erregerhaltiger Speichel übertragen werden kann.

Ø Keinen Nagellack, Klebstoff und kein Öl zur Entfernung der Zecke verwenden.

Ø Die Wunde sollte nach dem Entfernen der Zecke mit einem Hautdesinfektionsmittel desinfiziert werden.

Ø Sollte eine mögliche Rötung an der Einstichstelle nicht zurückgehen oder sich ausbreiten, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Gleiches gilt, wenn die Einstichstelle stark anschwillt, schmerzt, heiß wird oder pocht, sowie Symptome wie zum Beispiel Müdigkeit und Fieber oder Kopfschmerzen zeitnah zur Zeckenentfernung auftreten.

Ø Wenn man sich nicht sicher ist, wie die Zecke entfernt werden kann, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Weitere Informationen gibt es beim Amt für Gesundheit und Gefahrenabwehr, in Hausarztpraxen sowie auf den Internetseiten des Robert-Koch-Institutes (www.rki.de) sowie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (www.bzga.de).

 

Quelle: Redaktion MKK Echo

 

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