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Umweltpreis 2023 würdigt nachhaltiges Handeln

Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler überreicht Auszeichnung

 

Main-Kinzig-Kreis. – Am Montag (22.01.) wurde in feierlichem Rahmen der Umweltpreis 2023 des Main-Kinzig-Kreises verliehen. Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler überreichte die Auszeichnung im Brockenhaus in Hanau an das Repair-Café Schlüchtern, den Betrieb Beckl Karosserie + Lack aus Langenselbold sowie an den „Wettbewerb Ecodesign“ der Hohen Landesschule Hanau.

Wie die Umweltdezernentin vor rund 80 Gästen in ihrer Rede betonte, wird der Preis seit 1975 ausgelobt und zählt damit zu den ältesten kommunalen Umweltpreisen. Dennoch habe das Thema nichts von seiner Bedeutung verloren, sondern stoße weiterhin auf enormes Interesse. Entsprechend groß war die Zahl der Bewerbungen, so dass der Kreisausschuss der Empfehlung des Ausschusses für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Umwelt und Landwirtschaft gefolgt ist und drei würdige Kandidaten ausgewählt hat. Das Preisgeld wurde zudem auf insgesamt 6.000 Euro erhöht.

„Mit dieser Entscheidung liegen wir auf der Höhe der Zeit, denn trotz vielfältiger Krisen bleibt der Schutz von Umwelt und Klima ein wichtiges Anliegen für die Menschen in Deutschland“, betonte Susanne Simmler. Knapp 60 Prozent der Bevölkerung erachten diese Themen laut der aktuellen Umweltbewusstseinsstudie für sehr wichtig. So spürt beispielsweise die überwiegende Mehrheit die Folgen des Klimawandels bereits deutlich und hält Maßnahmen zur Anpassung für erforderlich.

Ein wichtiger Aspekt – und inzwischen ein weit verbreiteter Begriff – sei dabei die Nachhaltigkeit. „Sehr vereinfacht heißt das, wir verbrauchen nicht mehr, als auch nachwachsen kann“, erläuterte sie. Inzwischen werde dieses Prinzip viel weiter gefasster und bedeutet nicht nur ökologisch tragfähig, sondern auch wirtschaftlich effizient und sozial gerecht, ergänzte sie und verwies auf die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen.

Dort ist zum Beispiel unter Ziffer 8 das „nachhaltige Wirtschaften als Chance für alle“ aufgeführt. Ein Konzept, welches die Beckl Karosserie und Lack GmbH aus Langenselbold seit inzwischen fast 50 Jahren verfolgt. Für Geschäftsführer und Karosseriebaumeister Harald Beckl gilt das Motto „Instandsetzen geht vor Erneuern oder Austausch“. Mit diesem ganzheitlichen Umweltgedanken und der nachhaltigen Betriebsführung ist er in der Branche ein Vorreiter in Sachen Natur- und Klimaschutz. Der Betrieb gehört zu den ersten 100 in Hessen, die eine Nachhaltigkeitserklärung unterschrieben haben.

Es werden zum Beispiel umweltschonende Betriebsstoffe und Verfahren eingesetzt (z.B. UV-Lack, Lufttrocknen). Auch sind seit vielen Jahren Photovoltaik-Anlagen installiert. Seine 13 Elektro- und Hybridfahrzeuge fahren mit diesem Solarstrom. Die Firma arbeitet mit einer papierlosen Prozessverwaltung, heizt die Betriebshalle seit über zehn Jahren mit Erdwärme und nutzt zu 100 Prozent grünen Strom. Für die Waschstraße wird eine Regenwasserzisterne genutzt. Die Mitarbeitenden werden regelmäßig geschult, wie sie Ressourcen schonen können, nutzen Mehrwegbecher, Wassersprudler und umweltfreundliche Reinigungsmittel.

Umweltdezernentin Susanne zeigte sich „beeindruckt von der Konsequenz und Ausdauer, mit der hier der Gedanke der Nachhaltigkeit verfolgt wird“. Gemeinsam mit der Klimaschutzmanagerin der Stadt Langenselbold, Annika Bein, sowie Stadträtin Ute Rosenberger gratulierte sie Harald Beckl und seiner Frau Petra zu der verdienten Auszeichnung und dankte „für dieses tolle Engagement“.

Eine noch recht junge Initiative ist das Repair-Café Schlüchtern, das im Juni 2022 gegründet wurde, um mit Wissen, geschickten Händen und Verstand gegen die Wegwerfkultur zu arbeiten. Wie die Erste Kreisbeigeordnete berichtete, engagieren sich hier inzwischen etwa 30 Freiwillige zwischen 12 und 75 Jahren. Meist einmal im Monat reparieren sie defekte Gegenstände wie Haushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik, Textilien, Fahrräder und Spielzeug – und das mit zum Teil hoher Kompetenz.

Unter den Ehrenamtlichen sind Elektroingenieure, Elektriker, Tüftlerinnen und eine Schneiderin. Sie verbindet das Ziel, Ressourcen zu schonen, Müll zu vermeiden, die Umwelt zu schützen und kaputten Dingen neues Leben einhauchen. „Wir hören häufig interessante Geschichten zu den Objekten, die zum Teil schon lange die Menschen durch das Leben begleiten“, schilderte Karin Nievelstein den großen Zuspruch, den das Projekt erlebt. Der Umweltpreis des Main-Kinzig-Kreises sei eine schöne Bestätigung, diese Idee weiter zu verfolgen. Für die Stadt Schlüchtern sicherte Bürgermeister Matthias Möller die entsprechende Unterstützung zu.

Als „ein weiteres sehr interessantes Projekt“ stellte Susanne Simmler den Wettbewerb Ecodesign („Gestalte Wandel“) der Hohen Landesschule vor. Er wurde vor rund einem Jahr erstmals ausgeschrieben und acht Schülergruppen der Klassenstufen 7 bis 10 erstellten über Monate hinweg innovative Ideen zur nachhaltigen Entwicklung. Begleitet wurde der Wettbewerb von Studienrätin Astrid Holle, dem Ecodesigner Till Tschiltschke und Nurettin Yigit für die PwC-Stiftung. Wie die Umweltdezernentin an Beispielen verdeutlichte, lag der Fokus auf dem Schulalltag. So entstanden unter anderem ein Mülleimer mit angebauten Sitzmöglichkeiten und Bepflanzung, ein Eco-Tisch mit solarbetriebenem Stromanschluss für das Laden von Geräten, Handyhüllen aus Bioplastik sowie eine multifunktionale Box aus nachwachsenden Rohstoffen.

Als großen Erfolg dieser Idee wertete die Umweltdezernentin die Ankündigung, dass vier der zahlreichen Vorschläge nun umgesetzt werden sollen. „Ich bin überzeugt, dass der Wettbewerb andere Schulen inspirieren wird, eine ähnliche Aktion zu starten“, sagte Simmler bei der Übergabe der verdienten Auszeichnung an die Beteiligten sowie Schulleiter Martin Göbler. Die Glückwünsche der Stadt Hanau übermittelte Stadträtin Karin Dhonau.

Quelle: Frank Walzer

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