MKK-Echo

Eine tolle Möglichkeit des generationenübergreifenden Austauschs

Jugendliche des Co-Co-Clubs GGG nehmen gemeinsam mit Seniorinnen und Senioren des Betreuten Wohnens Colemanpark an Vortrag teil

 

Main-Kinzig-Kreis. Es ist schwere Kost, die Hans Sarkowicz, Buchautor und ehemaliger Leiter HR 2 Hörfunk, seinem Publikum im Andachtsraum des Seniorenzentrums Colemanpark faktenstark und unterhaltsam präsentierte. Unter dem Titel „Kriegsende und Nachkriegszeit in bekannten und unbekannten Radiotönen“ griff er deutsche Geschichte auf. Im Raum saßen neben Seniorinnen und Senioren des Betreuten Wohnens auch Schülerinnen und Schüler des Computerclubs Colemancenter des Grimmelshausen Gymnasiums in Gelnhausen (Co-Co-Club GGG) in Begleitung ihrer Lehrerin Bettina Mähler und waren konzentriert bei der Sache.

Sie gehören zu den 17 Jugendlichen des Co-Co-Clubs, die in diesem Schuljahr am „Freiwilligen Sozialen Schuljahr Hessen“ (FSSJH) des Main-Kinzig-Kreises teilnehmen. Dieses Projekt für engagierte Jugendliche wird im Kreis federführend von Renate Wichert aus der Ehrenamtsagentur koordiniert. Das FSSJH wiederum ist ein Programm, bei dem sich Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren ein Jahr lang etwa zwei Stunden pro Woche und mindestens 80 Stunden pro Schuljahr in ihrer Freizeit gemeinnützig engagieren. Das Grimmelshausen Gymnasium nimmt als eine von sieben Kooperationsschulen am FSSJH im Main-Kinzig-Kreis teil und fördert das ehrenamtliche Engagement seiner Schülerinnen und Schüler. Mit den Seniorinnen und Senioren knüpften die jungen Grimmels bei einer Weihnachtskarten-Aktion Kontakt. Daraufhin entwickelten sich regelmäßige Besuche im Seniorenzentrum, um Fragen der Seniorinnen und Senioren rund ums Handy oder Tablet zu beantworten. Carola Leubecher von der Verwaltung Betreutes Wohnen unterstützt diese Begegnungen von Anfang an. Die Idee für den ungewöhnlichen Radio-Vortrag stammt von den Älteren, die mit den Jungen über Krieg und Nachkriegszeit sprechen sowie die eigenen Erlebnisse und Erfahrungen teilen wollten.

Zu seinem Vortrag hatte Hans Sarkowicz außer seinem Laptop zwei große weiße Boxen, aus denen die O-Töne zu hören waren. Diese wiederum bettete er in seinen Vortrag ein, kommentierte, erläuterte und setzte sie in Bezug zu aktuellem Geschehen – so etwa Russlands Angriff auf die Ukraine. Zu Wort kam Adolf Hitler vor dem Deutschen Reichstag am 1. September 1939 in seiner Reaktion auf den von Deutschen vorgetäuschten Überfall auf den Sender Gleiwitz. Dieser diente als Vorwand für den deutschen Überfall auf Polen, der den Beginn des 2. Weltkriegs markiert. Zu hören war, wie Heinrich Graf von Einsiedel, 1942 in russische Kriegsgefangenschaft geraten, die eingekesselten deutschen Soldaten in Stalingrad, heute Wolgograd, aufforderte, sich in dieser aussichtslosen Lage zu ergeben. Auch Joseph Goebbels und seine Rede im Berliner Sportpalast fehlte nicht. Die Nachkriegszeit und das Schicksal der 12 Millionen aus ihrer Heimat vertriebenen Menschen ließ Hans Sarkowicz mit Aufnahmen des damaligen Landrats von Bremen-Osterholz aufleben, der die Bevölkerung aufrief, Vertriebene zivilisiert zu behandeln. Die Not und den Alltag der Menschen sowie die vor der Währungsreform entstandenen Schwarzmärkte, brachte Hans Sarkowicz seinen Zuhörerinnen und Zuhörern mit Aufnahmen eines Mädchens aus Frankfurt aus der Nachkriegszeit und einem Ausschnitt einer Reportage vom Kölner Schwarzmarkt nahe.

„Ich halte viele Vorträge“, hatte Hans Sarkowicz bei seiner Begrüßung gesagt und ergänzt: „aber dieser ist besonders. Hier kommen heute zwei Generationen zusammen: die ältere, die das, was wir gleich hören, zum Teil noch selbst erlebt hat und eine jüngere, die sich das gar nicht vorstellen kann.“ Das eröffne anschließend tolle Möglichkeiten des generationenübergreifenden Austauschs, des Erzählens und des Zuhörens. Er sollte Recht behalten. Im Anschluss an seine Ausführungen sammelte sich Alt und Jung an drei großen Tischen und führte angeregte Gespräche.

Quelle: Frank Walzer

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