MKK-Echo

Die Zukunft der globalen Energieversorgung wird auch in Hanau geplant

Hanau

– Oberbürgermeister Kaminsky und Wirtschaftsförderung besuchen Gauss Fusion

Im Hanauer Hafengebiet wurde im vergangenen Jahr ein neues Unternehmen gegründet, das die globale Energieversorgung revolutionieren will: Gauss Fusion – ein sogenanntes Greentech Venture – plant die Technologieentwicklung und Forschung zur Fusionsenergie so voranzutreiben, dass in weniger als 20 Jahren die ersten Magnetfusionskraftwerke in Europa ans Netz gehen können.

Anders als andere Fusions-Unternehmen zeichnet sich Gauss Fusion durch die enge Verzahnung von europäischer Spitzenforschung und Green-Tech-Industrieexpertise aus. Gauss Fusion bietet eine in Europa einzigartige Kombination aus wissenschaftlichem Know-how und industriellem Fachwissen rund um die Fusionsenergie. Mit dieser breiten Wissensbasis will das Fusions-Unternehmen erneuerbare Fusionsenergie mit Hilfe effizienter Strukturen und öffentlich-privaten Partnerschaften mit hoher Geschwindigkeit zur Marktreife bringen.

Oberbürgermeister Claus Kaminsky und Wirtschaftsförderin Erika Schulte besuchten Gauss Fusion vor kurzem und ließen sich ausführlich über Strategie und Ziele des Unternehmens informieren. Das Fusions-Unternehmen hat seinen Sitz in Hanau, wo Bruker EAS, Weltmarktführer für Supraleiter, auch ansässig ist.

„Bruker EAS im Hanauer Hafen ist eines der fünf Gründungsunternehmen von Gauss Fusion“, erläutert Klaus Schlenga, Geschäftsführer von Bruker EAS und auch Mitglied im „Strategic & Scientific Advisory Board“ (SSAB) von Gauss Fusion. Die weiteren Industriepartner von Gauss Fusion mit umfangreicher Expertise in Fusionstechnologie kommen aus Frankreich, Italien und Spanien. Darüber hinaus kooperiert Gauss Fusion mit den führenden europäischen Forschungsinstituten, wie CERN, Max-Planck-Institut für Plasmaphysik und Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Die besondere Kompetenz von Bruker EAS ist die Herstellung von Supraleitern, die wiederum in starken Elektromagneten stecken und so auch im europäischen Fusionsforschungsreaktor ITER in Marseille verbaut sind. Gemeinsam mit den europäischen Industrieunternehmen, die hinter Gauss Fusion stehen, wolle man die umweltfreundliche Fusion zur Energiegewinnung kommerzialisieren. Dabei spiele die Materialtechnik-Industrie in und um Hanau eine große Rolle. „Viele der Komponenten, die wir zum Bau eines Fusionskraftwerks benötigen, werden hier im „Material Valley“ entwickelt und hergestellt. Dadurch ergeben sich viele wichtige Synergien“, erläutert Schlenga.

„Die Fusionsenergie wird neben den anderen erneuerbaren Energien ein wichtiger Bestandteil der zukünftigen Energieversorgung sein und kann zu einem Gamechanger werden“, ist sich Schlenga sicher. Durch die hohe Energiedichte, die fast unerschöpfliche Verfügbarkeit des Brennstoffs und durch die Abwesenheit von Sicherheitsrisiken biete die Fusionsenergie die Chance, alle Energieprobleme global zu lösen. „Das wäre der größte Wandel im Energiebereich seit der industriellen Revolution. Es gibt zwar noch viele Herausforderungen zu bewältigen, aber wir sind auf einem sehr guten Weg“, schließt Schlenga.

Oberbürgermeister Kaminsky und Erika Schulte verfolgten die Pläne von Gauss Fusion mit großem Interesse: „Es freut mich zu hören, dass in Hanau mit Hochdruck an der europäischen Antwort auf die globale Frage der Energieversorgung der Zukunft gearbeitet wird!“, sagte der OB. „Wir brauchen dringend saubere Energiequellen und Hanau ist durch Gauss Fusion bei der Entwicklung dieser sauberen und gefahrlosen Zukunftstechnologie hier ganz vorne mit dabei!“, so Kaminsky. Die Weiterentwicklung und Kommerzialisierung von Fusionstechnologie sei ohne Zweifel ein ökologischer Segen für die ganze Welt.

https://gauss-fusion.com

Ob Kaminsky Besucht Gauss Fusion

Energie durch Magnetfusion

 

Fusionsenergie kann als „Energie der Zukunft“ entscheidend dazu beitragen, die Energieprobleme auf der Welt zu lösen. Sie gilt als praktisch risikofreie und unerschöpfliche Energiequelle. In einem Fusionskraftwerk verschmelzen Atomkerne verschiedener Wassersstoffarten zu Helium. Dabei wird viel nutzbare Energie frei. Aus nur einem Gramm Brennstoff wird so viel Energie wie mit elf Tonnen Kohle gewonnen. Zudem gibt es kein Sicherheitsrisiko und es entsteht kein radioaktiver Abfall.

Fusion findet ständig im Inneren der Sonne und anderer Sterne statt. Die hohen Temperaturen, die dort herrschen, lassen sich zwar auch auf der Erde erzeugen, aber nicht der starke Druck. Daher wird seit vielen Jahren daran geforscht, wie eine kontrollierte Fusionsenergie auf der Erde realisiert werden kann. Zum Einsatz kommen dafür vor allem zwei Technologieansätze: die Magnetfusion wie sie Gauss Fusion verfolgt und die laserbasierte Fusionsenergie. Bei beiden Ansätzen laufen ähnliche Prozesse ab. Plasma aus den Wasserstoffisotopen Deuterium und Tritium werden so stark aufgeheizt, dass es zur Fusionsenergie kommt. Bei jedem Einzelprozess entstehen ein Heliumkern und ein freies Neutron, das die gewonnene Energie in Form von hoher Geschwindigkeit mitbekommt. Prallt es gegen die Wand des Reaktors, wird es abgebremst. Die Bewegungsenergie wird zu Wärme, wobei sich die Wand erhitzt. Die Wärme kann zur Stromgewinnung verwendet werden.

Bei der Magnetfusion halten starke Magnetfelder das Plasma zusammen, das sich sonst wieder verflüchtigen würde. Und sie verhindern gleichzeitig, dass das Plasma mit der Wand der Anlage in Kontakt kommt. Dadurch würde es wieder zu stark abkühlen und eine Fusionsenergie käme nicht zustande.

 

 

Bruker EAS GmbH:

Die Bruker EAS ist bei Supraleitern innovativer Weltmarktführer mit unverwechselbarem Alleinstellungsmerkmal und einzigartiger Vernetzung im Markt. Bruker EAS GmbH produziert als weltweit größte Supraleiterfabrik im Hanauer Hafengebiet jedes Jahr über 100.000 Kilometer hochfeine Hochleistungsdrähte aus den Metallen Niob, Titan, Zinn und Kupfer. Die hochkomplexen Supraleiter aus Hanau retten Leben, denn sie stecken in starken Elektromagneten für Medizintechnik, etwa in Magnetresonanztomographen (MRT) für die Diagnose von Krankheiten oder in hochempfindlichen Kernspinresonanzspektrometern (NMR) für die Forschung an neuen Medikamenten. Auch in Teilchenbeschleunigern (CERN) und zur klimaneutralen Energiegewinnung (Fusionsreaktor, Windkraft mit supraleitenden Magneten) werden sie eingesetzt.

Quelle: Stadt Hanau

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