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Von Hütten und Palästen – Wohnen im Spiegel der Zeiten

MKK

Main-Kinzig-Kreis. Am 19. Oktober startet das studium generale – die beliebte Studienreihe der Volkshochschule der Bildungspartner Main-Kinzig GmbH (BiP) in Gelnhausen – in ein neues Semester. „In neun Vorträgen wird ein bestimmtes Thema beleuchtet, das sich wie ein roter Faden durch die Menschheitsgeschichte zieht. ‚Wohnen im Spiegel der Zeiten‘ lautet diesmal der Themenschwerpunkt“, berichtet Alexander Wicker, Fachbereichsleiter Gesellschaft und Kultur bei der BiP.  Das studium generale trägt seinen Namen nicht ohne Grund. Interessierte können sich für die gesamte Veranstaltungsreihe „einschreiben“ und erhalten einen Subskriptionspreis. Die Veranstaltungen finden jeweils donnerstagabends im Hörsaal des Bildungshauses in Gelnhausen statt.

Wie die Menschen wohnen, hat sich im Laufe der Jahrtausende stark verändert. Zogen sie anfangs noch nomadisch von Jagdgrund zu Jagdgrund, sorgte die „neolithische Revolution“ an der Wende von Alt- zu Jungsteinzeit hin zu Ackerbau und Viehzucht für die nachhaltige Möglichkeit, zumindest teilweise oder gänzlich sesshaft zu werden. Das Wort „Revolution“ verdeckt dabei nach heutigem Forschungsstand wohl die sich auf mehrere Jahrtausende erstreckende Entwicklung, die zudem in mehreren Weltregionen parallel und voneinander unabhängig verlief.

Viele Themen, die zuvor höchstens im Familienclan oder der Jagdgemeinschaft abgestimmt werden mussten, konnten nun lediglich gemeinsam mit anderen Clans und Stämmen gelöst werden: Wer baut auf welchem Land an, wessen Herden grasen wo? Wer wohnt wie und wo zusammen?

Archäologische Funde liefern wichtige Erkenntnisse über das Wohnen in den vorschriftlichen Gesellschaften und später auch zu den Zivilisationen des Alten Ägypten, der griechischen Stadtstaaten und des Römischen Reiches sowie der lateinamerikanischen Hochkulturen der Maya, Inka und Azteken. Herrschaftssysteme bilden sich heraus, in denen Wohnen auch mit Repräsentation von Macht verbunden ist. Archäologische Funde geben anfangs häufig lediglich Auskunft über die Wohnkulturen und –umstände privilegierter Schichten dieser Gesellschaften, nichtprivilegiertes Wohnen lässt sich schwerer bis gar nicht rekonstruieren.

 

Über das gesamte Mittelalter hinweg ändert sich an der in unseren Breiten vorherrschenden Wohnform fast gar nichts. Für einen kleinen Teil der Gesellschaft allerdings stellte sich die Wohnsituation in Burgen und Klöstern ganz anders dar. An der Wirtschaftseinheit des „Ganzen Hauses“, deren männliche Vorsteher dann wiederum die Gemeinde bildeten, änderte die zunehmende Verstädterung zunächst nicht viel. Erst im Biedermeier der Mitte des 19. Jahrhunderts löste das Zweigenerationenhaus, die bürgerliche Kernfamilie, im urbanen Umfeld das „Ganze Haus“ ab.

 

Soziale Unterschiede wurden immer auch im Wohnen deutlich. Wie man auch in der Stadt ein menschenwürdiges Leben für mehr Menschen möglich machen kann, damit beschäftigten sich der Frankfurter Stadtbaumeister Ernst May und sein Team im Zuge der Modernisierung der Architektur (Stichwort Bauhaus) und der technischen Fortentwicklung schon in den Zwanzigerjahren des 20. Jahrhunderts. Der soziale Wohnungsbau beschäftigt uns bis heute und wird in Zukunft immer wichtiger werden, solange die Immobilienpreise und Mieten ins Unermessliche zu steigen scheinen.

Das studium generale widmet sich somit einem spannenden Thema mit vielen historischen und aktuellen Bezügen

 

Alle Veranstaltungen finden im Bildungshaus Main-Kinzig, Frankfurter Straße 30 in Gelnhausen, jeweils donnerstags von 19:00 – 21.15 Uhr, statt. Die Teilnahmegebühr beträgt 12,00 € /Vortrag. Wer sich vor Beginn der Reihe, d.h. bis spätestens 16. Oktober anmeldet für alle neun Veranstaltungen anmeldet, profitiert vom günstigen Subskriptionspreis (20 % Ermäßigung). Anmeldung unter www.bildungspartner-mk.de oder per E-Mail an vhs@bildungspartner-mk.de; telefonische Rückfragen unter 06051-91679-0.

 

Termine studium generale:  „Von Hütten und Palästen“

 

Donnerstag, 19. Oktober: Unter Stroh-, Ziegel- und Schieferdächern

Dr. Gerrit Himmelsbach

 

Donnerstag, 2. November:  Bauen und Wohnen von der Steinzeit bis zu den Kelten

Claus Bergmann

 

Donnerstag, 9. November: Wohnhäuser und Palastanlagen im Ägäisraum

Mario Becker

 

Donnerstag, 16. November: Von Schilfhütte und Nilschlammziegelbau zur Monumentalarchitektur aus Stein – Wohn- und Lebensräume im Alten Ägypten

Christine Raedler

 

Donnerstag, 23. November: Haus, Siedlung und Stadt im antiken Griechenland

Dr. Hans-Otto Schmitt

 

Donnerstag, 30. November: Stadtluft macht frei – auch im modernen Plan- und Megastädten?

Prof. Dr. Berthold Meyer

 

Donnerstag, 14. Dezember: Mehr als wohnen!

Andrea Jürges

 

Donnerstag, 25.Januar 2024: Das Neue Frankfurt: Als die Mainstadt der Avantgarde davonlief

Elisa Lecointe

 

Donnerstag, 1. Februar: Domus und villa – Wohnen im Alten Rom

Mario Becker

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Quelle: Bildungspartner Main-Kinzig GmbH

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