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Linsengericht: Naturnahes Waldmanagement zahlt sich für die Gemeinde aus

Linsengericht

Linsengericht: Naturnahes Waldmanagement zahlt sich für die Gemeinde aus

Aktuell befasst sich die Gemeinde Linsengericht mit der Forstbetriebsplanung des Gerichtswaldes. Die Forsteinrichtung findet alle 10 Jahre statt und beschreibt alle einzelnen Waldflächen. In jeder Fläche wird eine Planung für die nächsten 10 Jahre verfasst, welche alle gesetzlichen Funktionen des Waldes berücksichtigt. Durch die äußerst vorsichtige Betreuung der Waldflächen konnten diese ökologisch wertvollen Flächen in den vergangenen Jahren auf 1.470.000 m² vergrößert werden. Der größte Teil wurde aus den schon genannten Gründen nicht in den Prozessschutz genommen.

„1997 war mein erstes Jahr im Gerichtswald“ erinnert sich der pensionierte Revierförster Ralf Deckenbach an die Waldfläche 49B1 zurück, „damals fand der letzte Holzeinschlag in diesen Eichen statt. Wir hatten Kiefern und Buchen entnommen, damit die Eichen besser wachsen können.“ Die Waldfläche 49B1 befindet sich am Waldrand bei Breitenborn. Diese Eichen wurden von dem ehemaligen Revierleiter extra stehen gelassen und gefördert, da diese schon damals einen extrem hohen Wert für verschiedene Vögel-, Insekten-, Pilz- und Fledermausarten hatten. „In diesem Wald wurde seitdem kein Holz mehr eingeschlagen. Lediglich einzelne Bäume aus Verkehrssicherungsgründen wurden entnommen. Diese haben wir aber zum größten Teil als Totholz im Wald gelassen.“

„Wir haben uns in enger Abstimmung mit HessenForst ausdrücklich gegen eine Prozessschutzfläche entschieden“ berichtet Bürgermeister Albert Ungermann von der Gemeinde Linsengericht. „Hätten wir damals die Flächen in Prozessschutz genommen, würden die Eichen irgendwann von der Buche zu stark bedrängt und sterben“. Die Prozessschutzflächen beschreiben Flächen, die für immer aus dem aktiven Waldmanagement genommen sind und sich komplett selbst überlassen werden. Eichen und Buchen stehen meist im selben Wald in Konkurrenz miteinander. Wachsen die Baumkronen ineinander ist die Eiche schwächer und stirbt. Damit dies nicht passiert, will sich die Gemeinde die Möglichkeit offenhalten, im Bedarfsfall nochmal Buchen zu entnehmen. „So können wir die ökologisch wertvollen Eichen erhalten und uralt werden lassen“, prognostiziert Ungermann.

„Im ganzen Revier gibt es solche Trittsteinflächen für seltene Arten, welche wir absichtlich nicht in die Stilllegung genommen haben, damit wir bestimmte Arten, insbesondere die Eiche und deren angepassten Lebewesen, möglichst lange schützen und erhalten können“, berichtet Ralf Deckenbach. Bei der letzten Forsteinrichtung 2010 gab es bereits über 888.000 Quadratmeter Wald, die unter besonderer Beobachtung standen. Diese Fläche ist mittlerweile auf 1.470.000 Quadratmeter angewachsen.

Mittlerweile gibt es diverse Fördermöglichkeiten, die besonderes ökologisches Handeln im Wald honoriert. Die Gemeinde Linsengericht wird nun Fördermittel beantragen. „Es freut mich, dass unser langjähriges, vorsichtiges Handeln nun auch anerkannt wird“ erklärt Bürgermeister Ungermann. „Wir haben jahrelang freiwillig Mindereinnahmen für die ökologische Vielfalt in unserem Wald in Kauf genommen.“

Förster Alexander Zentz ist in Nachfolge von Ralf Deckenbach seit Mitte des Jahres für den Gerichtwald zuständig und freut sich auf die Herausforderungen „Ich werde die umsichtige Arbeit meines Vorgängers fortführen und ein besonderes Augenmerk auf die ökologische Bedeutung unserer wertvollen Wälder legen“.

Früher gab es nur Fördermittel bzw. Ökopunkte für die rechtlich stillgelegten Prozessschutzflächen. Mittlerweile gibt es die Möglichkeit auch für sensibel gemanagte Flächen Fördermittel zu bekommen. Hierzu steht die Gemeinde in Kontakt mit den jeweiligen Förderpartnern.

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Quelle: Verena Tasch

 

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