Jannik Trunk

Ehrung engagierter Frauen

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Drei Hainbuchen und eine Linde ergänzen den Frauenhain am Dörnigheimer Mainufer

 

Es sind die Menschen, die eine Stadt beleben, prägen und gestalten. Ohne deren Engagement gäbe es eine Vielzahl sozialer, kultureller oder sportlicher Angebote nicht. Vielfach sind es Frauen, die sich ehrenamtlich für das Gemeinwohl einsetzen und dabei oft im Hintergrund wirken. Am Sonntag standen mit Gabriele Preuß, Gisela Kratz, Hayriye Rupin und Grit Schneider vier von ihnen anlässlich der jährlichen Baumpflanzaktion im Maintaler Frauenhain im Mittelpunkt.

 

„Sie machen das Leben in Maintal lebenswert. Sie sind der Kitt unserer Gesellschaft“, würdigte die städtische Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte Annika Frohböse das Engagement der vier Maintalerinnen. Dabei sind Gabriele Preuß, Gisela Kratz, Hayriye Rupin und Grit Schneider in ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen aktiv: Preuß engagiert sich in der katholischen Kirchengemeinde St. Theresia, beim Besuchsdienst im DRK-Seniorenzentrum in Bischofsheim und beim Arbeitskreis Asyl – Vielfalt in Maintal e.V., Gisela Kratz bei der Turngemeinde Dörnigheim, Hayriye Rupin in der Stadtleitbildgruppe „Mainufer“ und Grit Schneider als Ploggerin für den Umweltschutz. „Sie sind starke Frauen, engagierte Frauen – und dafür möchten wir Ihnen danken. Als Symbol für Ihre Tatkraft wachsen nun im Frauenhain eine Linde und drei Hainbuchen, die Ihre Namen tragen“, so Frohböse. Mit der Pflanzung von Hainbuchen im ursprünglich mit Linden angelegten Frauenhain soll die Ausbreitung des Lindenprachtkäfers eingedämmt werden, der die Bäume nachhaltig schädigt.

 

Trotz des freudigen Anlasses leitete Bürgermeisterin Monika Böttcher ihre Begrüßung mit Blick auf den Krieg in der Ukraine zunächst mit einem mahnenden Appell ein: „Ein solcher Tag darf nicht ohne deutliche Worte bleiben, mit denen wir uns gegen den von Putin geführten Krieg stellen. In diesen Tagen braucht es unseren Zusammenhalt mehr denn je, um ein Zeichen der Solidarität an die Menschen in der Ukraine zu senden und zu zeigen, dass wir uns geeint gegen die Repressionen stellen“, so Böttcher. Sie lud die Gäste dazu ein, kurz innezuhalten, um an die Menschen in der Ukraine zu denken.

 

Anschließend hatten die Laudatorinnen das Wort. Sie stellten die zu ehrenden Frauen und deren Engagement ausführlich vor. Denn die winken oft nur lässig ab, wenn es um ihr vorbildliches Tun geht. Das Ehrenamt ist für sie selbstverständlich, nicht der Rede wert. Doch genau das ist es! Denn die Beispiele zeigen, wie wertvoll und bereichernd der Einsatz für das Gemeinwohl ist. Wichtige Angebote in allen gesellschaftlichen Bereichen wären ohne ehrenamtlich Aktive nicht denkbar. Dabei ist Gabriele Preuß überzeugt: „Was wir Gutes tun, erhalten wir 1000-fach zurück.“ Sie habe durch ihr Engagement in der Kolping-Familie und der Flüchtlingsbetreuung neue Kontakte und Freundschaften geknüpft. Vor allem aber hat sie vielen Menschen, besonders Geflüchteten, eine neue Perspektive geschenkt. „Danke Gabi, dass Du an so vielen Stellen mit baust an einer besseren Welt“, so Christine Mayer-Simon in ihrer Laudatio für Preuß, die bereits vergangenes Jahr mit einer Linde im Frauenhain geehrt wurde, aber eben wegen ihres Engagements nicht an der Aktion teilnehmen konnte.

 

Gisela Kratz wiederum ist eine feste Größe bei der TG Dörnigheim – und das seit 50 Jahren. Als Übungsleiterin für die Bereiche Gymnastik und Tanz bringt sie Menschen in Bewegung und auf das Siegerpodest bei überregionalen Wettkämpfen. Auch sie selbst ruht nicht, ist Ausbilderin für Trainer*innen, Wettkampfrichterin, organisiert Sportveranstaltungen und nimmt selbst regelmäßig an Weiterbildungen teil, um neue Kontakte zu knüpfen und Ideen zu sammeln. „Ich kann nur raten, sich im Ehrenamt zu engagieren. Es lohnt sich immer“, kommentierte Kratz ihr eigenes Tun, das Brigitte Krause und Brigitta Trunski aus unterschiedlichen Perspektiven würdigten.

 

Das Mainufer, an dem sich auch der Frauenhain befindet, ist Hayriye Rupins zweite Heimat. Dort ist sie als Patin der Stadtleitbildgruppe „Mainufer“ aktiv. Gemeinsam mit weiteren Mitstreiter*innen plant, pflanzt und pflegt sie Begegnungsorte am Mainufer. Entstanden sind in den vergangenen Jahren unter anderem der Skulpturenpark im Osten, das Rosengärtchen, ein Blumenhügel und eine Obstbaumallee. Weitere Projekte sind bereits in Planung. „Wenn Sie einmal eine kniende Frau zwischen den Pflanzen sehen, kann es nur Frau Rupin sein“, sagte Laudatorin Ulrike Bienau. Rupin knüpfte auch Kontakte zur nahegelegenen Kita. Die Kinder bauten Insektenhotels oder bastelten Schmuck für einen Weihnachtsbaum im Rosengärtchen. Hayriye Rupin ist für die Jungen und Mädchen ein vertrautes Gesicht, das sie schon von weitem grüßen. „Ab morgen können die Kleinen sagen ,Hier steht ein Baum, den die Stadt Maintal für Frau Rupin gepflanzt hat.‘ Und ich finde, das ist genau das Richtige, das man als Danke für Deine unermüdliche Arbeit tun konnte“, so Bienau.

 

Unermüdlich ist auch Grit Schneider unterwegs. Sie ist Ploggerin. Ein Begriff, den sie, so sagte Laudatorin Isabelle van Rennings-Rizos, zunächst habe nachschlagen müssen. Er setzt sich zusammen aus Jogging und dem schwedischen Wort „plocka“ für aufheben. Plogging verbindet Sport und Naturschutz, indem während des Joggens wilder Müll aufgesammelt wird. 400 Kilo kamen so allein in der zweiten Hälfte des zurückliegenden Jahres zusammen. Seit Beginn der Pandemie seien zudem mehr als 3200 Masken dazugekommen, ergänzte van Rennings-Rizos. Mittlerweile hat Schneider eine Maintaler Plogging-Gruppe gegründet hat, die sich immer am letzten Samstag im Monat trifft.

 

Die Hainbuchen und die Linde für Gabriele Preuß, Gisela Kratz, Hayriye Rupin und Grit Schneider reihen sich damit in die 71 Bäume ein, die seit 2001 spiralförmig im Maintaler Frauenhain gepflanzt und ehrenamtlich engagierten Frauen gewidmet wurden.

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