Jannik Trunk

Maintals erste Faire Kita – Ahornweg in Hochstadt erhält Auszeichnung für nachhaltiges Engagement im Kita-Alltag

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Eigentlich war es nur noch eine Formalie. Denn ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen und ein faires Miteinander gehören schon lange ganz selbstverständlich zum Alltag in der Kita Ahornweg. Die Zertifizierung als Faire Kita bestätigt nun auch offiziell das vorbildliche Engagement in der Hochstädter Einrichtung.

Der Schutz von Umwelt und Klima ist eine globale Aufgabe. Doch globale Aufgaben beginnen mit lokalem Engagement – und das bereits im Kindergartenalter. Das wissen die Jungen und Mädchen der Kita Ahornweg besonders gut. Die Einrichtung wurde kürzlich als Faire Kita ausgezeichnet, weil das Team um die Projektkoordinatorinnen Ninet Vida und Christiane Bauer die Kinder altersgerecht an die Themen „Umweltschutz“ und „Nachhaltigkeit“ heranführt.

„Der Leitgedanke einer Fairen Kita ist ein fairer Umgang mit unserer Umwelt und unseren Mitmenschen. Das ist für uns im Miteinander mit Kolleg*innen, Kindern und Familien bereits selbstverständlich. Und auch nachhaltiges Engagement wird in unserer Kita bereits seit vielen Jahren gelebt“, berichtet Kita-Leiterin Simone Hahn-Beck. Als Maintal im vergangenen Jahr als Fairtrade-Stadt ausgezeichnet wurde, veranlasste dies das Team vom Ahornweg, sich als Faire Kita zu bewerben. Schließlich fanden die verschiedenen Aktivitäten, um die erforderlichen Kriterien für die Zertifizierung zu erfüllen, vielfach bereits statt. Spielerisch und vor allem altersentsprechend sensibilisieren die Erzieher*innen die Kinder dafür, wie sie im Alltag Abfall vermeiden, Produkte aus fairem Anbau erkennen und sich für ein gerechtes Miteinander einsetzen können.

Ein geeigneter Ansatz, um diesen vielschichtigen Themenkomplex im Kita-Alltag zu bearbeiten, ist die Ernährung. So sollten die Lebensmittel idealerweise aus biologischem und regionalem Anbau stammen. Deshalb gibt es auf dem Kita-Gelände unzählige Kräutertöpfe, deren Ernte getrocknet und für Tees verwendet wird. Auf dem angrenzenden gepachteten Wiesengrundstück sind eine Naschspirale und ein Pflanzbereich entstanden. Die ersten Kartoffeln und Bohnen für einen gesunden Eintopf wurden bereits geerntet. Auch auf dem Gelände der Waldgruppe werden Gemüse, Obst und Kräuter angebaut. „Für die Selbstverpflegung reicht es noch nicht. Aber wir stellen zum Beispiel Waldmeister- und Holunderblütensirup oder Marmeladen her“, erzählt Ninet Vida. So lässt sich die Natur mit allen Sinnen erleben und genießen.

Aber natürlich können nicht alle Produkte aus eigenem oder regionalem Anbau stammen. Deshalb befassen sich die Erzieher*innen mit den Kindern auch mit den Produktions-, Lebens- und Arbeitsbedingungen in anderen Ländern, schauen sich Lieferketten und die Vermarktung in den Supermärkten an – etwa am Beispiel des Kakaos. „Schokolade ist ideal geeignet, um sich über die verschiedenen Zutaten, deren Herkunft, Anbau und die Gewinnanteile zu unterhalten. Wenn man die Rippen und Stücke dann unter den Kindern in ihren Rollen als Kakaobauer, Zwischenhändler, Exporteur, Kakaoverarbeiter, Schokoladenfabrikant oder Einzelhändler aufteilt, werden Ungerechtigkeiten sicht- und begreifbar. Plötzlich geht es ums Teilen und um die Frage, ob die, deren Anteil deutlich größer ist, bereit sind, etwas abzugeben. Da wird es mit der moralischen Verantwortung auf einmal schwierig. Und noch schwieriger wird es, wenn die Rollen neu verteilt werden“, erzählt Vida. Deshalb wissen die Kinder um die Bedeutung des Fairtrade-Siegels, das für faire Arbeitsbedingungen und gerechte Löhne steht.

Überhaupt sind die Jungen und Mädchen äußerst interessiert und aufgeschlossen, wenn es um nachhaltiges Handeln geht. Längst tragen sie diesen Gedanken auch in die Familien. „Viele Eltern melden uns zurück, dass die Kinder beim Einkaufen Wert auf das Fairtrade-Siegel, Bio-Produkte oder Mehrweg-Verpackungen legen. Sie sind also ganz wichtige Multiplikatoren, die unmittelbar Einfluss nehmen auf das Einkaufs- und Alltagsverhalten der Familien“, erzählt Bauer.

Nachhaltigkeit wird aber nicht nur am Beispiel der Ernährung relevant, sondern setzt sich bei der Raumgestaltung fort. Derzeit plant das Team die Ausstattung des neuen Bewegungsraums. Dabei sollen nicht nur natürliche, sondern vor allem naturbelassene Elemente und Materialien zum Einsatz kommen. Und bei Bastelarbeiten wird Upcycling groß geschrieben. So hängen die Aluhüllen abgebrannter Teelichter mit Körner-Fett-Mischungen gefüllt als Vogelfutterstellen in den Bäumen und Sträuchern rund um die Kita.

Die Plakette „Faire Kita“, die Katrin Conzelmann-Stingl vom Verein Rhein.Main.Fair e.V. überreichte, darf der Ahornweg zunächst bis zum Jahr 2024 tragen. Danach kann die Einrichtung erneut das Siegel beantragen. „Für uns steht heute schon fest, dass wir uns rezertifizieren werden. Denn Nachhaltigkeit ist für uns kein zeitlich begrenztes Projekt, sondern gelebte Bildungsvielfalt“, sagt Hahn-Beck.

Quelle: Stadt Maintal

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