Joachim Laatz

Joachim Laatz

Redaktion

Verbandsschau des Abwasserverbands Gelnhausen auf dem Betriebsgelände in Lieblos

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Planungen für vierte Reinigungsstufe laufen

Verbandsschau des Abwasserverbands Gelnhausen auf dem Betriebsgelände in Lieblos

Die Abwasserreinigung ist zu einer umfassenden, vielschichtigen und anspruchsvollen Umweltaufgabe geworden. Die technischen Anforderungen steigen kontinuierlich. Beträchtliche Investitionen fließen in die Instandhaltung, Sanierung und Modernisierung der Kläranlagen. Einmal im Jahr lädt der Abwasserverband Gelnhausen die Vertreter der Verbandsversammlung und des Gewässerschutzes ein, auf dem Betriebsgelände der Gruppenkläranlage in Lieblos in Augenschein zu nehmen, in welchem Zustand sich die technischen Abwasserreinigungsanlagen des Verbands befinden, welche Maßnahmen umgesetzt wurden und welche Projekte in Zukunft geplant sind. Die Schauführung übernahm Peter Fuchs, Geschäftsführer des Abwasserverbands Gelnhausen.

Im Namen des Verbandsvorstandes und stellvertretend für Verbandsvorsteher Bürgermeister Daniel Chr. Glöckner (Gelnhausen) und Bürgermeister Albert Ungermann (Linsengericht) begrüßte Bürgermeister Gerald Helfrich die Schaubeauftragten und Vertreter der Verbandskommunen Gelnhausen, Linsengericht und Gründau auf der Anlage in Lieblos. Bei der Verbandsschau würden Zusammenhänge sichtbar gemacht, könnten die Vertreter der Kommunen vor Ort „in natura“ sehen, wohin die Investitionen flössen. Helfrich sprach den „tüchtigen und motivierten Mitarbeitern“ auf der Abwasserreinigungsanlage und im Verband, allen voran dem Geschäftsführer Peter Fuchs und Abwassermeister Kai Geiger Dank und Anerkennung aus. „Die Abwasserreinigungsanlage ist ein Riesen-Apparat und alle Mitarbeiter tragen eine hohe Verantwortung“, hob er hervor.

Peter Fuchs blickte bei der Entwicklung der Abwasserreinigungsanlage „auf einen langen Weg, den wir gegangen sind“ zurück. Der Anschaffungswert der Gesamtanlagen des Abwasserverbands Gelnhausen liege zurzeit bei etwa 55 Millionen Euro. Die Baukosten seien nur bis zum Jahr 2012 von Bund und Land mit etwa 50 Prozent bezuschusst, der Rest aus Eigenmitteln oder Darlehen finanziert worden. Die Betriebs- und Geschäftsausgaben finanzieren die Mitgliedskommunen und die Bürger*innen über die Kanalbenutzungsgebühren. „Bereits durchgeführte und noch anstehende Maßnahmen in der Abwasserreinigung dienen dem Gewässerschutz, um auch für die zukünftigen Generationen einen sauberen und gesunden Lebensraum zu erhalten“, sprach Fuchs die direkten Auswirkungen der Behandlung von Abwasser auf die Gesundheit der Bevölkerung und den Naturschutz an. In diesem Zusammenhang ging er auch kurz auf die vierte Reinigungsstufe ein. Um auch Spurenstoffe wie Rückstände von Arzneimitteln, Biozide und Haushaltschemikalien aus dem Abwasser herausfiltern zu können, bedürfe es, so Fuchs, zukunftsweisender Technik. Der Abwasserverband Gelnhausen habe einen ersten Pilotversuch auf der Verbandskläranlage initiiert und gemeinsam mit der Firma Huber eine neue Aktivkohlestufe als vierte Reinigungsstufe getestet. „Wir haben keine Angst vor der vierten Reinigungsstufe, wir wissen, was zu tun ist“, sagte Fuchs. Mit den Planungen sei bereits begonnen worden.

Weiter erläuterte Fuchs, dass 2020 durch das bestehende Blockkraftheizwerk auf der Verbandsanlage 911.674 Kilowattstunden Strom erzeugt worden seien. „Somit wurde wieder einmal eine sehr gute Eigenstromerzeugung durch das Methangas vom Faulturm erreicht und bei einem üblichen Strompreis von 20 Cent pro Kilowattstunde eine Summe von rund 182.335 Euro eingespart“, bilanzierte der Verbandsgeschäftsführer. Der Gewässerschutzbeauftragte Michael Ruess bescheinigte der Gruppenkläranlage in Lieblos und den dazugehörigen Regenentlastungsbauwerken zum wiederholten Male eine sehr gute Reinigungsleistung. Dies wurde auch im Jahresbericht 2020 festgehalten.

Bei der anschließenden Verbandsschau waren unter anderem der Einbau von neuen speicherprogrammierbaren Steuerungen für die gesamte Kläranlage und Umbauten im Klärwerk, die Optimierung der vorhandenen Leitstelle für die Überwachung der Kläranlage und Außenbauwerke, die Sanierung des Rechenhauses, die Grundsanierung der Schlammentwässerung 1, die Abdeckung der Räumerlauffläche des Nachklärbeckens 2 und der Sachstand der Klärgasverwertung und Stromerzeugung des Methangases Themen. Im Zusammenhang mit der Klärgasverwertung wurde auch die Faulgasanlage begangen.

Im Rahmen der Verbandsschau stand zudem eine Baustellenbegehung des Pumpwerkes in Rothenbergen, das grundsaniert wird, an. Thema waren außerdem der aktuelle Bauzustand im Pumpwerks Haitz-Höchst, das ebenfalls grundsaniert wird, sowie der Druckentlastungsschacht am Sammler Rothenbergen-Lieblos.

Quelle: Stadt Gelnhausen

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