Joachim Laatz

Joachim Laatz

Redaktion

Energie-Stammtisch Freigericht e.V. zum Thema: „Windenergie in Freigericht“

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Ohne Windkraftanlagen ist die Energiewende nicht zu realisieren!

Der Energiestammtisch Freigericht befürwortet Windkraftanlagen in Freigericht

Immer wieder haben die einschlägigen Naturschutzverbände in Deutschland auf die Notwendigkeit der Windenergie hingewiesen. Sehr eindringlich Anfang 2021 mit einem offenen Brief an die Bundesregierung, den wir in Auszügen nachfolgend aufgeführt haben.

Sehr geehrte Damen und Herrn,

wir begrüßen, dass die Bundesregierung gemäß Entschließungsantrag noch in diesem Jahr die Erhöhung der Ausbauziele für erneuerbare Energien im Rahmen des Eerneuerbaren Energie Gesetzes plant und diese an ein erhöhtes EU-Ziel anpassen wird. Dieser Schritt ist überfällig, denn wie mehrere Studien bereits gezeigt haben, reichen die in der aktuellen Novelle des EEG festgesetzten Ausbaupfade noch nicht einmal aus, die von der Bundesregierung beschlossenen 65 Prozent erneuerbare Energien im Stromsektor bis 2030 zu erreichen. Deutschland muss neben einer zu intensivierenden Zusammenarbeit im internationalen Klimaschutz endlich auch zu Hause beginnen, einen fairen Beitrag zur Umsetzung des völkerrechtlich bindenden Pariser Klimaabkommens zu leisten.

Der von Ihnen prognostizierte Bruttostromverbrauch für 2030 in Höhe von 580 Terrawattstunden ist deutlich zu niedrig angesetzt. Für den Erfolg der Energiewende und das Erreichen der Klimaziele ist eine Erhöhung des Ökostromanteils auf mindestens 80 Prozent – bei einem der Wirklichkeit angepassten Bruttostromverbrauch – bis 2030 notwendig. Das bedeutet einen Zubau von mindestens 7 Gigawatt Windenergie an Land jährlich und eine Verdoppelung des Zubaus von Photovoltaik auf mindestens 10 Gigawatt jährlich bis 2030.“

Unterzeichnet haben es folgende Naturschutzverbände:

DNR Deutscher Naturschutzring, BUND, Deutsche Umwelthilfe, Germanwatch, Greenpeace, Klima Allianz, NABU und WWF.

Damit möchte der ESF deutlich machen, ohne Windenergie werden wir die Energiewende nicht schaffen. Und daher ist es notwendig, dass jede Kommune, jeder Landkreis, die Länder und auch der Bund jede Möglichkeit nutzen, um weitere Aufstellmöglichkeiten für Windkraftanlagen zu ermöglichen.

Windenergie ist zwingend für die Energiewende notwendig!

Die Windenergie an Land ist das Zugpferd der Energiewende. Sie ist die wichtigste und neben der Photovoltaik die kostengünstigste Stromerzeugung. Mit einem Anteil von über 18 Prozent an der Bruttostromerzeugung macht sie schon heute deutlich mehr als ein Drittel der erneuerbaren Stromerzeugung in Deutschland aus. Und Wind ist die stärkste Erzeugungstechnologie nach der besonders klimaschädlichen und künftig auslaufenden Braunkohleverstromung.

Windenergie lohnt sich!

Die so genannte Energierückgewinnungszeit gibt an, wie lange eine Anlage in Betrieb sein muss, um die zur Herstellung, Betrieb und Entsorgung der Anlage investierte Energie zu übertreffen. Das hängt von vielen Faktoren ab: Anlagentyp, Wertschöpfungskette, Standortqualität und Wetter. Es ist aber in der Regel weniger als ein Jahr. Bereits im ersten Betriebsjahr wird also mehr erneuerbare und CO2-freie Energie umgewandelt, als zur Herstellung aufgewendet wurde. Übrigens: Fossile und atomar betriebene Kraftwerke amortisieren sich, durch den Umweg Strom aus Wärme, nie energetisch.

Windenergie auch in Wäldregionen sinnvoll!

Ein genereller Ausschluss der Windenergienutzung in Waldgebieten ist weder wünschenswert noch sinnvoll. Vielmehr gefährdet er die langfristigen Ausbauziele, besonders in den waldreichen Bundesländern. Für einen naturverträglichen Ausbau der Windenergie im Wald müssen die Auswirkungen auf waldbewohnende Arten, Naturschutz und Landschaftsbild besonders sensibel behandelt werden.

Klar ist, dass die vielfältigen Nutz-, Schutz und Erholungsfunktionen des Waldes und die Verletzbarkeit des Ökosystems berücksichtigt und geschützt werden müssen. Der Wald hat zudem eine sehr wichtige Klimaschutzfunktion. Die deutschen Wälder entlasten die Atmosphäre jährlich um etwa 62 Millionen Tonnen CO2.

62 Millionen Tonnen? Ja, genau. Allein die Nutzung der Windenergie an Land spart jedes Jahr in etwa die gleiche Menge CO2 ein, die in deutschen Wäldern jährlich gebunden wird. Und so gilt: Ein durchschnittliches Windrad spart ein Vielfaches mehr an CO2 ein als die Forstfläche, die dafür gerodet wird.

Akzeptanz bei der Bevölkerung

Nicht allen Menschen gefällt ein Windrad vor dem Haus. Planung, Bau und Betrieb von Windrädern stoßen daher auch auf Ablehnung. Dennoch sieht dies eine große Mehrheit anders und unterstützt den weiteren Ausbau der Windenergie. Anwohner sind durch die vom Gestzgeber geregelten Abstandsvorgaben vor Umwelteinwirkungen durch Windenergieanlagen geschützt. Pauschale Mindestabstände zwischen Siedlungen und Windenergie- anlagen schaffen aber keine höhere Akzeptanz von Windkraftanlagen.

Für das Gelingen der Energiewende müssen wir die Akzeptanz bei den vor Ort betroffenen Menschen fördern. Akzeptanz entsteht aus wahrgenommener öffentlicher Arbeit der Kommunen. Voraussetzungen dafür sind die frühzeitige und transparente Beteiligung der betroffenen Bürger bereits bei der Flächenausweisung und Vorhabenentwicklung, sowie die angemessene, regelmäßige finanzielle Teilhabe von Bürgern und Gemeinden an der Wertschöpfung des Windenergieprojektes.

Akzeptanz kann allerdings auch durch Arguemnete erzeugt werden, daher nachfolgend 10 Gründe, die generell, aber auch regional für Windkraft sprechen:

1. Kostenloser Rohstoff

Wind ist ein kostenloser „Energierohstoff“ für die Stromerzeugung – direkt vor unserer Haustür. Er gehört uns, wir müssen ihn nicht importieren. Mit ihm erzeugen wir den Strom mit unseren eigenen Rohstoffen.

2. Unendliche Energie

Der Klimawandel fordert eine Abkehr von der Nutzung der fossilen Energieträger. Jetzt hat das Zeitalter der erneuerbaren Energien begonnen. Wind und Sonne liefern genug saubere Energie – nahezu ohne Umweltverschmutzung, ohne bzw. nur geringer Ressourcenverschwendung. Und zu einem konstanten Preis.

 

3. Effiziente heimische Energieerzeugung

In Deutschland herrschen vielerorts sehr gute Windverhältnisse, so auch oberhalb von regionalane Waldregionen. Sie ermöglichen uns, die Windkraft für eine effiziente und kostengünstige Stromproduktion zu nutzen.

4. Ein Windrad = 4.000 Haushalte

Eine Windkraftanlage mit drei Megawatt Leistung erzeugt pro Jahr Strom für den Verbrauch von mehr als 2.000 Haushalten. Moderne Windkraftanlagen mit fünf Megawatt Leistung erzeugen pro Jahr sogar Strom für den Verbrauch von bis zu 4.000 Haushalten. Drei bis vier Windräder sind also in der Lage den Strom für alle Haushalte einer ganzen Gemeinde wie Freigericht zu erzeugen.

5. Wertschöpfung

Mit Windstrom bleibt ein Gutteil der Wertschöpfung in der Region und in Deutschland: Über die 20-jährige Lebensdauer einer Windkraftanlage gerechnet kommen deutschen Unternehmen aus vielen unterschiedlichen Branchen rund 50 – 80 Prozent der gesamten Projektkosten zugute.

6. Windkraftanlagen sichern Gemeinden ein dauerhaftes Einkommen

Wird eine Windkraftanlage auf dem Gelände einer Gemeinde errichtet, erhält diese neben Gewerbesteuerzahlungen auch Pachteinnahmen. Und zwar so lange, wie die Windkraftanlage Strom produziert. Oft können sich Gemeinden oder Bürger zudem direkt an den Anlagen beteiligen und so am Erfolg teilhaben.

Übrigens: Hat eine Windkraftanlage einmal ausgedient, gibt es auch schon eine Lösung. Der vollständige Rückbau der Anlage ist bereits Teil der Baugenehmigung und bei der Finanzierung eingeplant. Moderne Anlagen lassen sich fast vollständig recyceln.

7. Windkraftanlagen werden immer effizienter

Die heutigen Windkraftanlagen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Rentabilität deutlich von den Anlagen vor 20 Jahren. Wir können also davon ausgehen, dass durch stetige Verbesserungen zukünftig immer mehr Strom auf immer weniger Platz erzeugt werden kann. Im Umkehrschluss heißt das: Windkraftanlagen werden durch mehr Effizienz auch erschwinglicher.

8. Sauberer Strom

Bei der Stromerzeugung aus Windkraft gibt es keine Abgase, Abfälle oder Abwässer. Es fallen keine zusätzlichen Kosten für die Beseitigung des Kraftwerksmülls oder der Umweltschäden an, wie das bei Kohle- und Atomkraftwerken der Fall ist.

9. Effizienter Lebenszyklus

Wenn ein Windrad seinen Lebenszyklus vollendet hat (nach mindestens 20 Jahren) kann es rasch und umweltverträglich wieder abgebaut werden. Die Anlage wird entfernt und die grüne Wiese bzw. die Waldfläche wiederhergestellt. Zusätzlich können viele Bestandteile des Windrades wiederverwertet werden.

10. Unabhängigkeit

Deutschland importiert Rohöl und Gas zu einem großen Prozentsatz aus Ländern wie Russland und den arabischen Ländern. Der forcierte Ausbau der Windenergie ist daher eine Investition in die Zukunft, die auf lange Sicht volkswirtschaftlich mehr bringt, als sie kostet. Ausserdem werden wir damit unabhängiger von den krisenreguíonen der Welt.

Facit für Freigericht:

Das Regierungspräsidium Darmstadt hat eine Vorrangfläche innerhalb der Gemeinde Freigericht, nach Prüfungen einiger gesetzlichen Vorgaben und auch nach Eignung, ausgewiesen. Die Freigerichter Waldregion die sich als „Waldzunge“ oberhalb Freigericht-Neuses und unserer Bayrischen Nachbargemeinden angrenzt, ist bestens geeignet, um dort Windkraftanlagen aufzustellen. Die Region wird Sölzert genannt und umfasst 85 ha Wald. Es könnten dort 4 – 5 Windkrafträder aufgestellt werden die jeweils eine Leistung von ca. 4,5 – 6 MW erbringen würden. Pro Windkraftrad würde eine Fläche von 0,7 ha temporär gerodet werden. Nach der Aufstellung der Winkrafträder würde wieder aufgeforstet und dauerhaft würde pro Windkraftrad ca. 0,4 ha Wald für Wartungsarbeiten frei bleiben. Allerdings müssen die Betreiber der Windkraftanlagen, den Wald, der für die Anlagen gerodet werden musste, an anderer Stelle wieder aufforsten, so dass dies wieder kompensiert wird.

In der Freigerichter – Windvorrangfläche sind heute bereits viele Stellen nahezu vollständig gerodet bzw. durch Windbruch und Trockenheit zerstört. Mehrere Flächen würden von der Größe ausreichen, um ein Windrad zu stellen. Insgesamt sind diese Schäden größer als die benötigte Fläche für die Windräder.

Der Energiestammtisch hat sich die Region, die für eine Aufstellung in Frage kommt und die jetzt zur Dikusion steht, während eines Ausfluges angesehen.

An einem zweiten Ausflug hat eine Delegation des ESF auch die schon seit einigen Jahren installierten Windkraftanlagen bei den Vierfichten besucht und sich speziell das Windkraftrad der Energie Genossenschaft Main Kinzig e.G. erläutern lassen.

Nach diesen Besichtigungen kam der Vorstand des ESF zu der Erkenntnis, daß das Betreiben von Windkraftanlagen auch in Waldregionen ögologisch vertretbar ist. Viele ESF-Mitglieder haben sich über die letzten Jahre auch immer wieder für die Nutzung der Windkraft ausgesprochen.

Sehr gerne würden wir diese Besichtigungen mit Interessierten wiederholen, um die Vorort-Situation zu zeigen und um die Beeinträchtigung der Natur, die ja auf jeden Fall gegeben ist, aufzuzeigen.

Der Energiestammtisch Freigericht bittet alle Politiker und Bürger, nach diesen Erläuterungen, sich ergebnisneutral mit dem Thema zu beschäftigen und erst danach eine abschließene eigene Meinung zu bilden.

Die Energiewende muss uns gelingen. Unseren Kindern und Enkelkindern sind wir es schuldig!

Quelle: Energie-Stammtisch Freigericht e.V.

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